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Ehemalige Synagoge in München soll saniert werden

München (dpa/lby) – Die Stadt München will die Sanierung der ehemaligen Synagoge an der Reichenbachstraße vorantreiben. Man wolle das Vorhaben finanziell unterstützen, um die Synagoge als Baudenkmal zu erhalten und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen, beschloss der Stadtrat am Mittwoch mehrheitlich. Derzeit mache ihr baulicher Zustand dies unmöglich.

Die Stadt sieht aber auch andere Stellen in der Pflicht: Das Bildungsreferat werde noch in dieser Woche erste Gespräche mit dem Bund und dem Freistaat Bayern über eine Beteiligung an den Sanierungskosten führen. Wie viel die Sanierung kosten soll, steht laut Bildungsreferat noch nicht fest.

Rachel Salamander, Vorsitzende des Vereins für die Synagoge und Initiatorin der Sanierungspläne, sagte, in den Voruntersuchungen sei eine Summe von rund neun Millionen Euro ermittelt worden. Es sei im Grunde bereits vereinbart, dass diese Summe zu je einem Drittel auf Stadt, Freistaat und Bund verteilt werde. «Es ist ja nicht nur eine Synagoge, sondern ein architektonisches Juwel im Stil des Bauhauses, 1931 gebaut. Es wäre nicht nur vor der historischen Gerechtigkeit an der Zeit, das, was die Nazis zerstört haben, wieder instandzusetzen», sagte sie.

Ende der 1920er Jahre wurde die Synagoge nach den Plänen des Architekten Gustav Meyerstein errichtet und 1931 geweiht. Nur sieben Jahre später während der Pogrome im November 1938 wurde vieles zerstört, die Grundsubstanz des Gebäudes blieb aber erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus in der Reichenbachstraße wiedereröffnet und jahrzehntelang von der Isrealitischen Kultusgemeinde genutzt, bis 2007 die Synagoge am Jakobsplatz eröffnet wurde.