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Diözesen reagieren betroffen auf Missbrauchsstudie

Regensburg (dpa/lby) – Mit Betroffenheit haben die bayerischen Diözesen auf die Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche reagiert. «Es erfüllt mich mit tiefer Scham und mit großer Trauer. Wir können die Opfer nur um Vergebung bitten und versuchen, unseren Beitrag zur Heilung von Wunden zu leisten», sagte der Passauer Bischof Stefan Oster am Dienstag. Ähnlich äußerte sich der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs: «Dies Straftaten haben das Leben von Menschen in übler Weise geprägt.» Die Diözesen müssten nun eine ganze Menge Hausaufgaben erledigen und sich unter anderem um einheitliche Standards kümmern, etwa bei der Aktenführung oder bei der Prävention sexuellen Missbrauchs, erklärte Fuchs.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte bei der Vorstellung der Studie in Fulda (Hessen) von einem Wendepunkt gesprochen, an dem sich die katholische Kirche angesichts des Missbrauchsskandals befinde. «Hier geht es nicht um Stimmung und persönliche Befindlichkeiten, es geht um die Opfer und um die Zukunft der Kirche. Die Menschen glauben uns nicht mehr. Wir müssen handeln und dann hoffen, dass man uns wieder vertraut», sagte der Münchner Erzbischof bei der Vollversammlung. Für die Studie waren mehr als 38 000 Akten aus den Jahren 1946 bis 2014 untersucht worden.