Diese Telefonzelle wird gleich ganz abgebaut. An den den bundesweit noch rund 12.000 verbliebenen Fernsprechern wird am Montag die die Münzzahlung «deaktiviert»., © picture alliance / dpa

Die letzten Telefonzellen werden abgebaut

Die Region Forchheim und Bamberg muss sich allmählich von den übriggebliebenen Telefonzellen verabschieden. Wie die Telekom auf Radio Bamberg Nachfrage mitteilt, werden die letzten 12 Tausend Telefonzellen nun abgeschaltet. „Dazu wird Mitte November zunächst die Münzzahlung deaktiviert“. Im nächsten Jahr wird dann der gesamte Betrieb eingestellt. Bis die Telefonzellen aber komplett vom Stadtbild verschwinden, dauert es noch bis voraussichtlich Anfang 2025, heißt es weiter.

 

Erklärung der Telekom:

 

zum Thema Öffentliche Telefonie halten wir keine regionalen Daten mehr für die externe Kommunikation vor.

 

Der Bedarf an öffentlichen Telefonen ist seit Jahren stark rückläufig. Öffentliche Telefonstellen werden dementsprechend bereits seit Jahren einvernehmlich mit den Kommunen und Gemeinden zurückgebaut. Mehr als 90 Prozent der ehemals über 160.000 öffentlichen Telefone wurden in den letzten Jahren bereits abgebaut, weil sie niemand mehr genutzt hat. Verblieben sind noch rund 12.000 öffentliche Telefone, die nun ebenfalls abgeschaltet werden.

 

Dazu wird Mitte November 2022 zunächst die Münzzahlung bundesweit deaktiviert.

Bis zum ersten Quartal 2023 (voraussichtlich Ende Januar) wird dann auch die Zahlungsfunktion mittels Telefonkarten und somit der gesamte Service eingestellt.

Der Abbau der Telefonstellen erfolgt im Anschluss und wird voraussichtlich Anfang 2025 abgeschlossen sein.

Rund 3.000 Standorte werden als sogenannte „Small Cells“, also kleine Antennen für die Verbesserung des örtlichen Mobilfunks, ohne öffentliche Telefonfunktion weiter genutzt.

 

Aussagen zur Reihenfolge beim Abbau sind aufgrund des hohen Koordinierungsaufwands nicht möglich. Die betroffenen Kommunen werden jedoch rund vier Wochen vor dem physischen Rückbau der öffentlichen Telefone entsprechend informiert. Für Rückfragen stehen den Kommunen die bekannten Ansprechpartner zur Verfügung.

 

Durch Hausanschluss und Handy ist die öffentliche Telefonzelle praktisch überflüssig geworden. Die Nutzung der öffentlichen Telefonie geht somit gegen Null. Der Hauptgrund für die Einstellung des Services ist daher die Unwirtschaftlichkeit. So gibt es rund 3.800 Standorte, an denen im letzten Jahr kein einziges Gespräch geführt wurde. Im Schnitt macht ein öffentliches Telefon bei der Telekom nur noch wenige Euro Umsatz pro Monat. Das steht in keinem Verhältnis zu den Unterhaltskosten, die den Umsatz um ein Vielfaches übersteigen (Betriebskosten, Standmiete und Reinigung sowie auch immer wieder die Kosten für die Beseitigung von Schäden, z.B. durch Vandalismus und Diebstahl.).

 

Darüber hinaus gestaltet sich die Beschaffung von Ersatzteilen immer schwieriger. Neuere Entwicklung bei externen Zulieferern erschweren zunehmend die Instandhaltung. Ersatzteile für öffentliche Telefone werden kaum noch produziert und sind teilweise gar nicht mehr erhältlich.

 

Zudem werden die geplanten Rückbaumaßnahmen erheblich Energie einsparen. Im Schnitt braucht ein öffentliches Telefon zwischen 500 und 1.250 Kilowattstunden im Jahr – je nach Ausstattung. Mit der Abschaltung der ungenutzten Technik lassen sich so zwischen sechs und 15 Millionen Kilowattstunden jährlich einsparen. Das entspricht dem Stromverbrauch von mehreren Tausend Wohnungen.

 

Eine Verpflichtung zum Betrieb öffentlicher Telefone besteht seit der Änderung des Telekommunikationsgesetzes Ende 2021 nicht mehr. Der Gesetzgeber hat erkannt, dass aufgrund der geringen Nutzung die öffentlichen Telefone nicht mehr zu einer Grundversorgung der Bevölkerung beitragen.