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DGB rügt s.Oliver wegen betriebsbedingter Kündigungen

Rottendorf (dpa/lby) – Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat dem Bekleidungsunternehmen s.Oliver wegen der angekündigten Kündigung von 170 Mitarbeitern Skrupellosigkeit vorgeworfen. «Gerade in diesen ungewissen Zeiten müssten Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen zusammenhalten, um gemeinsam die Krise durchzustehen», erklärte DGB- Kreisvorsitzende Karin Dauer am Donnerstag.

DGB-Sekretär Viktor Grauberger fügte hinzu: «Erst rund 45 Millionen Euro Gewinn machen, im nächsten Schritt jedoch mehr als ein Zehntel seines Personal rauszuwerfen – das ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, welche die Umsätze und Gewinne für das Unternehmen erst erarbeitet haben.»

S.Oliver hatte Anfang der Woche angekündigt, die Unternehmensgruppe neu zu strukturieren und sich in diesem Zug auch von Mitarbeitern am Unternehmenssitz im unterfränkischen Rottendorf zu trennen. «Mit dem grundlegenden Umbau unseres Unternehmens wollen wir den langfristigen Erfolg der s.Oliver Group in einem herausfordernden Marktumfeld sichern – und damit auch die verbleibenden rund 6000 Arbeitsplätze weltweit», erläuterte das Unternehmen am Donnerstag. Die Entscheidung, Stellen zu streichen, sei «sehr schwer gefallen und Alternativen wurden sorgfältig geprüft. Wir sind jedoch überzeugt, dass sie richtig und wichtig für das Unternehmen ist.»

Nach Gewerkschaftsangaben handelt es sich um 170 der insgesamt 1500 Beschäftigten in Rottendorf. Besonders tragisch für die Betroffenen wird sich aus DGB-Sicht nun der fehlende Betriebsrat auswirken. Denn mit einem solchen hätte zumindest ein vernünftiger Sozialplan ausgehandelt werden können. Ohne diesen seien die Beschäftigten dem Wohlwollen der Firmenleitung ausgeliefert, bemängelte der DGB. Das Unternehmen hingegen betonte: «Den betroffenen Mitarbeitern bieten wir umfassende und großzügige Abwicklungsverträge an.»