© Monika Skolimowska

Creditreform: Überschuldung in Bayern niedrig

Düsseldorf (dpa/lby) – In Bayern sind nach wie vor weniger Menschen überschuldet als in allen anderen Bundesländern. Im vergangenen Jahr waren in Bayern insgesamt 790 000 Einwohner des Freistaats überschuldet, gemessen an der Zahl der Bürger über 18 eine Quote von 7,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr war das erneut ein Rückgang, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Außerdem liegen demnach die bundesweit zehn Landkreise mit den niedrigsten Überschuldungsquoten sämtlich in Bayern: An erster Stelle liegt Eichstätt (3,98 Prozent), gefolgt von Erlangen-Höchstadt und Schweinfurt.

Im Vergleich dazu: Bundesweites Schlusslicht ist nach wie vor Bremen, wo laut Creditreform fast 14 Prozent der Bürger überschuldet waren. Überschuldet bedeutet, dass die Betreffenden ihre Kredite gar nicht mehr oder nur zum Teil abzahlen können.

Der Langfristvergleich ist allerdings auch für Bayern weniger erfreulich. Bundesweit haben von dem langjährigen Wirtschaftsboom die Wohlhabenden überdurchschnittlich profitiert. Ungeachtet eines langjährigen Wirtschaftsbooms und einer Arbeitslosigkeit auf Tiefstand ist die Überschuldung in Bayern seit 2004 nicht maßgeblich zurückgegangen. In absoluten Zahlen hat die Zahl der überschuldeten Bürger in Bayern laut Schuldneratlas von 2004 bis 2018 sogar um 76 000 zugenommen. Da gleichzeitig die bayerische Bevölkerung stark gewachsen ist, ist der Prozentsatz der überschuldeten Bürger aber ganz leicht gesunken.

Auffällig ist die Entwicklung in München, wo im Gegensatz zum Landestrend die Überschuldungsquote seit 2014 von acht auf knapp neun Prozent gestiegen ist. Ausdrücklich verwiesen wird in der Studie auf die in vielen Städten stark gestiegenen Mieten.