© Lukas Schulze

Broses „junge Wilde“ verlieren nach tollem Spiel in Sassari

Brose Bamberg musste sich am letzten Playoffspieltag der Basketball Champions League bei Dinamo Sassari mit 72:83 geschlagen geben. Nach einem mäßigen ersten Viertel (14:25), bei dem man der jungen Brose Mannschaft den Respekt vor dem Gegner noch anmerkte, fand das Team immer besser ins Spiel – und zeigte vor allem bis zum Ende die Bamberger Tugenden: Einsatz, Kampf, Leidenschaft. Vier Spieler punkteten zweistellig: Seric (16), Plescher (11), Ogbe (11), Hundt (11).

Johan Roijakkers: „Glückwunsch an Sassari zum verdienten Sieg. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, denn nach dem ersten Viertel, in dem wir noch ein paar Probleme hatten, war es ein tolles, nahezu perfektes Spiel von uns. Vor allem unsere jungen Spieler haben sehr gut performt: Baggette, Plescher, Seric. Ich bin sehr zufrieden, in erster Linie weil wir unsere Leistungsträger Zuhause lassen und auch die anderen Jungs, die sonst viele Minuten gehen, etwas schonen konnten. Das ist wichtig für unser BBL-Spiel am Samstag. Zum Schluss: Danke an die Basketball Champions League für eine tolle Organisation – auch und vor allem in dieser schwierigen Coronazeit.“

Ohne Fieler, Hall, Sengfelder, Larson und Kravish war Brose Bamberg nach Sardinien gereist, zudem verzichtete Johan Roijakkers auf den Einsatz von Michele Vitali. Die ersten Bamberger Punkte erzielte Bennet Hundt per Dreier zur ersten – und einmaligen – Führung im ersten Viertel (3:2, 2.). Vor allem defensiv musste sich Brose zunächst einmal finden. Nach einem zwischenzeitlichen 6:0-Lauf der Sarden stand es Mitte des Abschnitts 5:14. Elf Punkte betrug auch der Rückstand nach zehn Minuten, nachdem Moritz Plescher per Dreier seine ersten internationalen Punkte erzielt hatte: 14:25.

Das zweite Viertel begann mit einer komplett deutschen Aufstellung: Baggette, Lockhart, Plescher, Ogbe und Grüttner. Nach zwei Ogbe-Freiwürfen war es nach knapp 13 Minuten Elias Baggette, der nicht nur seine ersten Profipunkte erzielte, sondern auch die ersten Bamberger Feldzähler im zweiten Abschnitt: 18:30. Der Bamberger Rückstand pendelte sich so um die zehn, zwölf Zähler ein, wobei Brose nun besser in der Defensive stand und vorne viele schön herausgespielte Würfe nehmen konnte – einzig sie wollten nicht fallen. Zur Pause lagen die Gäste mit 30:44 zurück.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Plescher-Dreier, kurz darauf dunkte Grüttner und Baggette traf nach Steal den Korbleger – Brose war wieder einstellig dran (39:47, 23.). Es war nun eine gut anzusehende Partie, die geprägt war von schönen Offensivaktionen auf beiden Seiten. Wann immer Sassari etwas das Tempo anzog und den Bamberger Rückstand wieder anwachsen ließ, hatte Brose gute und richtige Entscheidungen und mit Grüttner und Hundt auch zwei Spieler, die von außen trafen. Die Folge: Brose gewann das dritte Viertel mit 23:21 und ging mit einem 53:65-Rückstand in den Schlussabschnitt.

In den letzten zehn Minuten kämpften sich die Gäste wieder auf acht Zähler ran (61:69, 32.). Anschließend aber zeigte nochmals Sassari, dass sie nicht gewillt waren, die Partie noch aus der Hand zu geben. Drei Minuten vor Ende lagen die Sarden mit 18 Punkten vorne, stand es 65:83. Doch Brose wäre nicht Brose, wenn es nicht auch in den letzten 180 europäischen Sekunden nochmals alles auf dem Parkett gelassen hätte. Plescher, Baggette, Seric und Co. kamen abermals auf und verkürzten den Rückstand nochmals auf elf Zähler. Am Ende musste sich Brose Bamberg mit 72:83 geschlagen geben, geht aber dennoch mit einem positiven Gefühl aus dem Wettbewerb.

Brose Bamberg:

Baggette 6, Lockhart 2, Ruoff 4, Plescher 11, Seric 16, Ogbe 11, Thompson 4, Vitali dnp, Hundt 11, Grüttner 7