Ein Spielball liegt auf dem Parkett., © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Brose Bamberg will in Heidelberg Playoffchance wahren

 

Brose Bamberg gastiert am 33. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga bei den MLP Academics Heidelberg. Das letzte Hauptrundenauswärtsspiel der Saison beginnt am Freitag um 20.30 Uhr.

Die MLP Academics Heidelberg haben allen Grund zur Freude, können sie doch seit etwas mehr als einer Woche definitiv nicht mehr absteigen und werden als aktueller Aufsteiger damit auch im kommenden Jahr in Deutschlands oberster Spielklasse vertreten sein. Dennoch ist momentan die Stimmung etwas gedrückt, denn zuletzt gab es vier Niederlagen in Serie. Der letzte Sieg datiert von Anfang April und war ein 95:81-Heimerfolg über Gießen. Seitdem mussten sich die Heidelberger Crailsheim, Ulm, Bonn und letzten Samstag in heimischer Halle Oldenburg geschlagen geben. Vor allem die Niederlage gegen die Niedersachsen wäre dabei mehr als vermeidbar gewesen, denn die Mannen von Coach Ignjatovic waren über drei Viertel das spielbestimmende Team und lagen rund neun Minuten vor Schluss mit 79:65 in Front. Was dann folgte war ein 30:12 der Oldenburger und die Heidelberger Niederlage, die Topscorer Shyron Ely frustriert kommentierte: „Konzentration spielt eine große Rolle. In der Videoanalyse sehen wir nach jedem Spiel die gleichen Fehler“. Und richtig, die Heidelberger haben die letzten vier Spiele allesamt auf nahezu die gleiche Art und Weise aus der Hand gegeben. Teilweise deutlich in Führung liegend, gab es dann eine Schwächephase, die der jeweilige Gegner gnadenlos bestrafte. Und dennoch, alles in allem können die MLP Academics stolz auf ihre Saison sein. Elf Siege haben sie bis dato eingefahren, darunter neben einem zu Saisonbeginn gegen Ludwigsburg, in den letzten Wochen wichtige Erfolge gegen Frankfurt, Gießen, Braunschweig und Weißenfels. Getragen wurde und wird das Team von Brekkott Chapman (14,1 Punkte/Partie), Robert Lowery (13,3), Jordan Geist (12,8) und Kelvin Martin (10,7). Allerdings, auf Lowery muss Heidelberg aktuell verzichten. Der Point Guard ließ sich im Spiel gegen Bonn zu einer Tätlichkeit hinreißen und wurde im Nachgang von der Liga für drei Spiele gesperrt, wird also auch am Freitag gegen Brose nicht mit von der Partie sein. Für ihn übernahm zumindest im letzten Spiel gegen Oldenburg der bereits erwähnte Shyron Ely das Scoring. Der 34-jährige Veteran kam auf 20 Punkte, erhöhte seinen Saisonschnitt dadurch auf 9,4 Zähler pro Partie. Über die gesamte bisherige Spielzeit gesehen gehört Heidelberg zu den offensivschwächeren Teams der Liga, kam bislang auf etwas mehr als 78 Punkte im Schnitt. Durchschnittlich verteilte 13,5 Assists sind eher ein Zeichen dafür, dass die erzielten Zähler überwiegend durch Einzelaktionen zustande kommen. Und durch Freiwürfe, denn mit im Schnitt 21 gehört Heidelberg zu den Teams der BBL, die mit am häufigsten an die Freiwurflinie dürfen. Das sollte man als Gegner jedoch bestenfalls vermeiden, denn mit getroffenen 76,5 Prozent sind sie unter den Top3 der besten Freiwurfteams.

Für Brose Bamberg gilt es, die Niederlage aus Berlin aus Körper und Kopf zu bekommen. Mit 32 Punkten mussten die Bamberger am letzten Wochenende die Heimfahrt aus der Hauptstadt antreten, waren dabei bereits nach dem ersten Viertel (8:23) nahezu aus dem Spiel genommen worden. Zu ängstlich, mit zu wenig Selbstbewusstsein ging Brose beim amtierenden Meister und Pokalsieger zu Werke, die Folge war die höchste Saisonniederlage. Die kann aber auch Ansporn für die letzten Spiele sein. Nochmals so ein Auftreten, nochmals so eine Klatsche will keiner aus dem Team erleben. Zumal für Brose nach wie vor die Playoffteilnahme möglich ist. Dazu aber benötigen Christian Sengfelder und Co. drei Siege aus den letzten drei Spielen und müssen zudem auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Und dennoch: der Glaube daran in der Mannschaft ist groß. Nach wie vor hat Oren Amiel, bis auf den verletzten Patrick Heckmann, alle Spieler an Bord. Das Training und die Vorbereitung diese Woche waren intensiv und fokussiert. Die Mannschaft weiß, worum es geht. Das hat sie nicht zuletzt in den Spielen gegen Göttingen und Ulm bewiesen. Daher ist die Zuversicht da, die Playoffs doch noch auf den letzten Drücker zu erreichen. Das Hinspiel gegen Heidelberg hatte Brose am 4. Spieltag mit 72:68 für sich entschieden und den Gästen damals die erste Saisonniederlage beigebracht. Mit ausschlaggebend dafür war Dominic Lockhart, der vier Dreier traf und insgesamt 15 Punkte erzielte – sein aktueller Saisonbestwert. Aktuell überzeugt er vor allem defensiv. Offensiv übernehmen andere. Allen voran Christian Sengfelder, der mit im Schnitt erzielten 16,9 Punkten pro Spiel nach wie vor Broses bester Werfer ist. Ihm folgen Akil Mitchell (12,9), Chris Dowe (12,6), Justin Robinson (12,5) und Omar Prewitt (12,3).

Dominic Lockhart: „Uns ist bewusst, dass so ein Spiel wie gegen Berlin nicht nochmal vorkommen darf. Das war nichts. Umso mehr kommt es nun aber darauf an, dass wir es hinter uns lassen und mit vollster Konzentration in die letzten drei Hauptrundenspiele gehen. Heidelberg hat den Klassenerhalt sicher, kann daher befreit und ohne Druck aufspielen. Es ist deren letztes Heimspiel, daher werden sie alles daransetzen, ihren Fans nochmals einen guten Abschied zu bescheren. Wir sind gewarnt. Unser Ziel muss es sein, sie von Beginn an aus ihrem Konzept zu bringen, ihnen unser Spiel aufzuzwingen. Vor allem defensiv müssen wir dabei viel besser agieren, als zuletzt. Aber auch offensiv muss vieles besser laufen, als in Berlin. Es wird nicht einfach, aber ich bin nach wie vor von den Playoffs überzeugt.“

Gerade einmal 44 Stunden nach der Schlusssirene in Heidelberg wartet für Brose Bamberg am 1. Mai die nächste Hürde in Richtung Playoffs. Um 18 Uhr sind die Basketball Löwen Braunschweig zu Gast in der BROSE ARENA. Will Brose die Postseason erreichen ist hierbei ein Sieg ebenso Pflicht, wie eine Woche später, wenn zum Hauptrundenabschluss die Hamburg Towers in Bamberg gastieren. Tickets für den Saisonendspurt gibt es unter brosebamberg.de und im Fanshop.