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Brose Bamberg ist in Crailsheim gefordert

Brose Bamberg reist am 3. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga zu den HAKRO Merlins Crailsheim. Spielbeginn in der Arena Hohenlohe ist am Sonntag um 20.30 Uhr.

Vier Pflichtspiele haben die Crailsheimer in dieser Saison bereits auf dem Konto. Die beiden ersten im MagentaSport BBL Pokal haben sie verloren, die letzten beide – einmal im Pokal, einmal in der Liga – gewonnen. Dabei haben die Zauberer gezeigt, dass sie aus Niederlagen lernen und die richtigen Schlüsse ziehen können. Die erste Partie nämlich hatten die Mannen von Coach Iisalo gegen den SYNTAINICS MBC noch mit 94:99 verloren. Letztes Wochenende zum BBL-Auftakt gab es dann einen deutlichen und nie gefährdeten 84:66-Erfolg. Und dieser war dem kompletten Team zuzuschreiben. Vier Spieler punkteten zweistellig, dazu holten die Crailsheimer 46 Rebounds und verteilten 17 Assists. Bester Werfer war Neuzugang Trae Bell-Haynes mit 23 Punkten, dicht gefolgt vom erst wenige Tage zuvor verpflichteten Bogdan Radosavljevic mit 16 Zählern. Bell-Haynes war es auch, der deutlich machte, weshalb die Merlins ihn als neuen Kopf und Anführer geholt haben. Neben seinen 23 Punkten griff sich der Kanadier sechs Rebound und vergab neun Assists. Vor allem defensiv haben sich die Crailsheimer von Spiel zu Spiel gesteigert. Zuletzt gestatteten sie dem MBC gerade einmal sechs Assists, zwangen die Weißenfelser zudem zu 14 Ballverlusten. Neben Bell-Haynes und Radosavljevic können auch die weiteren Neuzugänge allesamt scoren. Elias Lasisi, der zuletzt kurzzeitig bei Brose Bamberg als Trainings- und Spielgast zugegen war, kann das. Aber auch der aus der G-League von den Delaware Blue Coats nach Crailsheim gewechselte Haywood Highsmith und der aus Gilboa gekommene Tim Coleman können hochprozentig treffen. Letzterer hat sich zudem als Balldieb einen Ruf erarbeitet, kam bei seinem vorherigen Arbeitgeber auf knapp zwei Steals pro Spiel. Neben den Neuzugängen stehen drei etablierte BBL-Profis weiterhin im Crailsheimer Kader. Der Ex-Bamberger Maurice Stuckey, Fabian Bleck und Dejan Kovacevic bringen insgesamt die Erfahrung von 573 BBL-Spielen aufs Parkett der Arena Hohenlohe. Die ist beim ersten Heimspiel der Crailsheimer seit März – wie alle anderen Hallen aktuell auch – verwaist, da nach wie vor coronabedingt keine Fans zugelassen sind.

Für das Team von Brose Bamberg gilt es schnell zu regenerieren und das Spiel gegen Chemnitz vom Donnerstagabend aus den Knochen zu bekommen. Und eventuell auch aus dem Kopf, denn was die Mannen von Johan Roijakkers über weite Strecken gezeigt haben, war nicht die beste Leistung. Oder, wie es der Cheftrainer nach dem Spiel formulierte: „Es war nicht die Leistung, die ich mir am Morgen nach dem Aufwachen vorgestellt habe.“ Zu weich gingen seine Spieler gegen einen starken Aufsteiger oftmals zu Werke. Und zu überhastet. So verspielten die Bamberger einen Neunpunktevorsprung innerhalb von 20 Sekunden durch einfache Ballverluste in der Vorwärtsbewegung. Vor allem mit seinen Aufbauspielern war Roijakkers nicht zufrieden. Beide gemeinsam trafen nur einen Wurf bei elf Versuchen und waren für acht Turnover zuständig. Und dennoch: was zählt ist der erste Saisonsieg, den es jetzt in Crailsheim zu bestätigen gilt. Viel Zeit, um sich auf den Gegner einzustellen, bleibt nicht. Am Freitagmittag gab es eine Regenerationseinheit, am Samstag steht dann das Abschlusstraining auf dem Programm, ehe es am Sonntag nach Baden-Württemberg geht. Positiv mitnehmen können die Bamberger aber dennoch das Eine oder Andere aus dem Chemnitzspiel. Das Reboundverhältnis – in den letzten Wochen eine Schwachstelle im Bamberger Spiel – wurde mit 40:25 gewonnen. Brose verteilte starke 25 Assists und hatte in David Kravish einen Spieler, der nicht nur 13 seiner 16 Würfe traf, sondern zudem auch noch zehn Rebounds einsammelte und damit sein erstes Double-Double in der BBL erzielte. Neben Kravish überzeugte auch erneut Broses letzter Neuzugang. Devon Hall zeigte mit 14 Punkten, acht Rebounds und drei verteilten Assists wieder eine starke Leistung – und übernahm in wichtigen Phasen Verantwortung.

Devon Hall: „Wir wissen, dass es gegen Chemnitz kein wirklich gutes Spiel von uns war. In Crailsheim müssen wir anders auftreten, müssen eine Reaktion zeigen. Vor allem defensiv müssen wir eine Schippe drauf packen. Im Vergleich zum Hamburgspiel haben wir gegen Chemnitz bereits besser gereboundet. Daran müssen wir anknüpfen. Wichtig ist, dass wir den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. In der BBL gibt es keine einfachen Spiele. Das habe ich in meinen ersten Tagen hier schnell gelernt.“

Nach der Partie in Crailsheim steht das zehntägige Nationalmannschaftsfenster an. Christian Sengfelder, Bennet Hundt, Dominic Lockhart, Kenneth Ogbe und Michele Vitali reisen daher direkt im Anschluss weiter zu ihren jeweiligen Landesteams.