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Nach Kraftwerks-Brand sollen Heizstationenhelfen

Nürnberg (dpa/lby) – Die ersten mobilen Heizstationen sind am Mittwoch in Nürnberg nach dem Brand eines Großkraftwerks an die Fernwärmeleitungen angeschlossen worden. Weitere seien noch unterwegs und sollten voraussichtlich im Lauf des Nachmittags eintreffen, sagte der Sprecher des Energieversorgers N-Ergie, Heiko Linder.

Die Fachleute hoffen, dass sie damit durch die Nacht kommen, ohne spürbar die Heizungen in den beiden betroffenen Stadtteilen drosseln zu müssen – was eine Herausforderung werden könnte: Die Nacht soll mit Minusgraden im zweistelligen Bereich deutlich kälter werden als die davor.

Wenn alles nach Plan läuft, sollen nach Angaben der Stadt am Ende des Tages sieben Heizstationen in den Stadtteilen Röthenbach und Gebersdorf mit einer Leistung von fast 9 Megawatt angeschlossen sein. «Das deckt die Lücke nicht ganz», sagte Linder. Deshalb werde die N-Ergie weiterhin die Heizungen in Betrieben drosseln müssen, wo diese zu dem Zeitpunkt nicht gebraucht würden.

Am Morgen, wenn die Menschen verstärkt heizen, hatte der Versorger diese in sechs Wohnblocks zeitweise drosseln müssen. Bisher habe es keine Beschwerden der Anwohnerinnen und Anwohner gegeben, sagte Lindner. «Es muss niemand frieren. Es ist nur etwas weniger warm.»

Der Versorger geht davon aus, auch in der Nacht trotz der extremen Kälte die Innentemperatur in den an die Fernwärme angeschlossenen Häuser bei 18 bis 19 Grad halten zu können. In der Nacht auf Mittwoch war die Energieversorgung nach Angaben von N-Ergie stabil geblieben. Am Donnerstag sollen voraussichtlich sechs weitere Stationen in Nürnberg eintreffen. «Wir gehen davon aus, dass wir morgen soweit sind, dass wir Entwarnung geben können», sagte Linder.

In dem Gaskraftwerk war am späten Montagabend im Kesselhaus von Block I ein Feuer ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich bis 80 Meter in die Höhe aus. Das Kraftwerk ist seither abgeschaltet. Die Stadt Nürnberg rief den Katastrophenfall aus. Betroffen sind etwa 15 000 Menschen im Südwesten von Nürnberg.

Die Ursache für den Brand war auch am Mittwoch noch unklar. Bis die Ergebnisse der Brandermittler vorliegen, wird es nach Angaben der Polizei noch Tage dauern.

Mindestens zwei Wochen wird das Kraftwerk nach Einschätzung der N-Ergie außer Betrieb sein. Dieses verbrennt Gas und erzeugt dadurch Wärme, die durch gedämmte Leitungen in die Gebäude gelangt.

In den kommenden Tagen soll ein Schwertransport ein riesiges Heizmodul aus Nordrhein-Westfallen nach Nürnberg bringen, das direkt am Kraftwerk in Betrieb gehen soll. Dieses ist größer als ein Schiffscontainer und bringt so viel Leistung, dass der Energieversorger die kleineren mit Diesel betriebenen Stationen nach und nach abbauen kann.

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