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Zweistelliger Millionenschaden: Feuer bei Airbus-Tochter

Augsburg (dpa/lby) – Ein Feuer bei der Augsburger Airbus-Tochter Premium Aerotec hat einen Schaden von mindestens zehn Millionen Euro verursacht. Nach Angaben des Unternehmens brach der Brand in der Nacht zum Freitag aus zunächst ungeklärter Ursache im Bereich der Oberflächenbearbeitung aus. Das Augsburger Werk liefert insbesondere Rumpfteile für zivile und militärische Flugzeuge an Airbus, spezialisiert ist die Fabrik auf Leichtbaukomponenten aus Kohlefaser.

Der Brand habe auf jeden Fall Auswirkungen auf die Produktion im Augsburger Werk, erklärte Premium-Aerotec-Sprecherin Barbara Sagel. Es seien praktisch alle Airbus-Modelle betroffen. Konkrete Aussagen über Lieferverzögerungen könnten aber noch nicht gemacht werden. Nach Angaben von Airbus am Stammsitz in Toulouse dauert es aber ohnehin immer mehrere Monate, bis die in Augsburg produzierten Teile weiter verarbeitet seien und letztlich in Flugzeugen verbaut würden. Gemeinsam werde man nun nach Lösungen suchen.

Polizei und Unternehmen gehen übereinstimmend von einem Sachschaden im zweistelligen Millionenbereich aus. Als das Feuer ausbrach, waren keine Mitarbeiter in dem Gebäude. Die Augsburger Kripo soll jetzt mit Gutachtern des Landeskriminalamtes die Ursache des Feuers ermitteln.

Die Flammen waren am Donnerstagabend gegen 23.00 Uhr entdeckt worden. Binnen drei Minuten sei die Werksfeuerwehr vor Ort gewesen, erklärte Sagel. Die Augsburger Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr seien dann zur Unterstützung gekommen.

Nach etwa zweieinhalb Stunden war das Feuer zwar gelöscht, die Einsatzkräfte blieben allerdings noch bis in die Morgenstunden am Einsatzort, auch um neue Brandherde schnell löschen zu können, wie die Polizei berichtete. Mehrere Feuerwehrleute mussten wegen leichterer Beschwerden medizinisch untersucht werden. Sie konnten allerdings nach kurzer Zeit wieder nach Hause.

Premium Aerotec hat rund 10 000 Mitarbeiter. Am Hauptsitz in Augsburg arbeiten nach Unternehmensangaben etwa 4000 davon. Sie lieferten jedes Jahr «Komponenten, Baugruppen und ganze Rumpfsektionen für insgesamt mehr als 600 neue Airbus-Flugzeuge».

In Deutschland hat der Airbus-Zulieferer vier weitere Werke in Norddeutschland: in Bremen, Hamburg, Nordenham und Varel (beide Niedersachsen). Daneben gibt es eine Fabrik in Rumänien. Seit einigen Jahren prüft Airbus den Verkauf der Augsburger Tochter.