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Bombenfund und Unwetter: Ansbach ruft Katastrophenfall aus

Ansbach (dpa/lby) – Nach dem Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweitem Weltkrieg am Bahnhof von Ansbach und Unwettern hat die Stadt den Katastrophenfall ausgerufen. Wegen anhaltenden Regens müsse die Stadt mit Überschwemmungen bis in das Wohngebiet rechnen, sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag. Man gehe davon aus, dass die Meldestufe 4 erreicht werde, die höchste im Hochwasser-Warnsystem. Aktuell gelte die Stufe 2. Bereits außerhalb des Stadtgebiets gebe es an einer Bundesstraße Überschwemmungen. Der Katastrophenfall ermögliche es Oberbürgermeister Thomas Deffner, unter anderem weitere Einsatzkräfte anzufordern.

Von den Überschwemmungen sei die Bombenentschärfung aber nicht betroffen. Die Bombe liege am Bahnhof in einer Baugrube zwischen zwei Gleisen, die durch einen Pavillon vom Regen geschützt sei. Laufe Wasser in die Grube, werde es sofort abgepumpt, hieß es.

Die Räumung des gesperrten Gebiets um den Bombenfundort dauere an, sagte der Sprecher. Etwa 370 Einsatzkräfte seien im Einsatz, wegen des Unwetters habe sich die Evakuierung verzögert. Von der Räumung betroffen sind in der mittelfränkischen Stadt etwa 2500 Menschen in einem Umkreis von etwa 500 Metern. Die Menschen sollen laut Stadt bei Verwandten oder Bekannten oder in die Turnhalle unterkommen. Menschen, die coronapositiv oder in Quarantäne sind, werden in einem Tagungszentrum untergebracht.

Die amerikanische 250-Kilogramm-Bombe war am Freitagmorgen gefunden worden. Die Deutsche Bahn hatte getwittert, dass der Bahnhof nicht mehr angefahren werde und Fernverkehrszüge umgeleitet würden. Die Fahrgäste mussten in Ersatzbusse umsteigen.

Wegen der Bombenentschärfung wurde ein Termin mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in Ansbach abgesagt. Eigentlich hatte der Minister am Mittag auf der Hofwiese nahe dem Bahnhof über die Teilverlagerung des Verwaltungsgerichtshofs nach Ansbach informieren wollen.

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