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Bistum leitet weitere Untersuchung zu Missbrauchsfällen ein

Augsburg (dpa/lby) – Das Augsburger Bistum will Missbrauchsfälle in zwei weiteren Kinderheimen aufklären. Um mögliche Verfehlungen der Mitarbeiter der beiden Heime im Landkreis Augsburg in den Jahren 1950 bis 1985 zu untersuchen, hat die Diözese eine Projektgruppe gegründet. Die Arbeit der Gruppe soll heute (13.30 Uhr) vorgestellt werden.

Es geht einerseits um Missbrauchsvorfälle im Josefsheim Reitenbuch in Fischach. Die «Augsburger Allgemeine» hatte im Herbst 2019 über einen Mann berichtet, der als Kind in dem Heim lebte und von jahrelangem sexuellen Missbrauch dort vor mehr als 40 Jahren berichtete. Täter sei damals ein Geistlicher gewesen. Die neue Projektgruppe soll auch das Marienheim Baschenegg in Ustersbach unter die Lupe nehmen. Aus diesem Heim seien bislang aber noch keine Vorfälle bekannt, berichtete das Bistum.

Geleitet wird das Gremium von der ehemaligen Präsidentin des Bayerischen Landessozialgerichts, Elisabeth Mette. Zwei weitere frühere hochrangige Richter arbeiten ebenfalls mit, darunter Manfred Prexl, ein ehemaliger Vorsitzender Richter des Münchner Oberlandesgerichtes. Der pensionierte Jurist hatte für das Bistum schon eine Untersuchung zu Gewalt und sexuellem Missbrauch in einem seit 1977 geschlossen Heim in Donauwörth geleitet und dort zahlreiche Fälle aufgedeckt.

Ursprünglich war die Vorstellung der Untersuchungskommission bereits für vergangenen Mittwoch vorgesehen. Da an diesem Tag der Papst aber den Diözesanadministrator Bertram Meier zum neuen Augsburger Bischof ernannt hatte, wurde die Vorstellung verschoben.