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Bischof von Eichstätt für Debatte über Kirchensteuer

Augsburg (dpa) – Der katholische Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, hat eine Debatte über die Zukunft der Kirchensteuer gefordert. «Wir, die deutschen Bischöfe, müssen uns dringend damit befassen, wie es mit der Kirchensteuer weitergehen kann und soll. Diese Diskussion vermisse ich», sagte Hanke der «Augsburger Allgemeinen» (Freitag). «Denn die katholische, aber auch die evangelische Kirche sieht sich jedes Jahr mit einer großen Zahl von Kirchenaustritten konfrontiert. Zudem kommen wir wegen der demografischen Entwicklung, dem Bevölkerungsrückgang an Grenzen. Spätestens in zehn Jahren werden die Kirchensteuereinnahmen einbrechen.»

Die Frage müsse sein, ob diese Form der Kirchenfinanzierung auf Dauer trage oder ob es andere Wege gebe. «Ich möchte nicht einer sofortigen Abschaffung der Kirchensteuer das Wort reden. Weil man sich da in einem größeren Horizont Gedanken machen müsste, da das auch die evangelische Kirche betrifft und zumal die Folgen brutal wären», sagte Hanke. «Dennoch müssen wir jetzt anfangen, über andere Möglichkeiten der Finanzierung nachzudenken, und müssen dabei kreativer werden.»

Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz waren im Jahr 2017 von den kirchensteuerpflichtigen Katholiken im Bundesgebiet 6,4 Milliarden Euro Kirchensteuer bezahlt. Den evangelischen Kirchen flossen in dem Jahr 5,6 Milliarden Euro aus der Kirchensteuer zu.