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Bewährungsstrafe im Prozess um Augustinum-Skandal

München (dpa/lby) – Im Prozess um den Betrugsskandal bei den Augustinum-Seniorenheimen ist ein ehemaliger Geschäftsführer am Freitag wegen Untreue und unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Das Landgericht München I hielt ihm zu Gute, dass er geständig sei, Verantwortung übernommen und sich außerdem nicht selbst bereichert habe, sagte ein Gerichtssprecher. Der Angeklagte sei nicht die treibende Kraft hinter den dubiosen Immobiliengeschäften gewesen, durch die die Augustinum-Seniorenheime um Millionen geprellt wurden. Die Initiative sei nicht von ihm ausgegangen.

Hintergrund des Prozesses war, dass die Augustinum-Gruppe zahlreiche ihrer Altenheime verkauft hatte, um sie dann wieder zu mieten. Davon versprach man sich mehr Flexibilität. Bei den Verkäufen aber soll – mit Hilfe des damaligen und nun angeklagten Geschäftsführers – Geld abgezweigt worden sein.

Ursprünglich waren in der Sache noch drei weitere mutmaßliche Mittäter beschuldigt worden, die nicht zur Augustinum-Gruppe, sondern zur Käuferseite gehörten. Das Verfahren gegen sie wurde allerdings nach Gerichtsangaben gegen teils hohe Geldauflagen eingestellt. Der Mann, den sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte für den Hauptverantwortlichen halten, ist außerdem inzwischen gestorben.

Die Augustinum-Gruppe betreibt 23 Seniorenheime in neun Bundesländern, in denen insgesamt 7500 Menschen leben, davon knapp die Hälfte an den elf Standorten, die die Gruppe zurückhaben will.

Der Angeklagte war außerdem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt, weil bei einer Durchsuchung seines Wohnhauses Waffen entdeckt wurden, für die er keine Berechtigung hatte. Sie wurden beschlagnahmt und nun eingezogen.

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