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Bayerns Grüne wollen Energiewende auf dem Land vorantreiben

Augsburg (dpa/lby) – Die bayerischen Grünen wollen die Energiewende insbesondere auf dem Land vorantreiben. In den ländlichen Regionen sollten mit Wind- und Solarenergie die Stromüberschüsse produziert werden, um die Menschen in den Städten und Ballungsräumen zu versorgen, heißt es in einem Leitantrag, der am Samstag auf dem Landesparteitag in Augsburg einstimmig verabschiedet wurde. Gleichzeitig sollen die Menschen und die Unternehmen in der Fläche von den Investitionen in Windräder und Photovoltaik selbst deutlich profitieren.

Mit dem Papier haben sich die Grünen sich nach der Bundestagswahl bereits auf die Landtagswahl 2023 eingestimmt. In zwei Jahren gehe es darum, die CSU im Freistaat «ultimativ herauszufordern», wie es ein Redner formulierte. «Unser wunderschönes Land hat es verdient, besser regiert zu werden. Erst im Bund und in zwei Jahren dann im Land», sagte Landtags-Fraktionschefin Katharina Schulze.

«Nicht nur Armin Laschet, sondern auch Markus Söder hat die Wahl verloren – krachend verloren», meinte Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth. Die Union sei nun nach 16 Jahren in Berlin in der «wohlverdienten Opposition», sagte die Augsburger Bundestagsabgeordnete. «Und in dieser Frage setze ich definitiv auf Kontinuität.»

Schwerpunkt des beschlossenen Antrags ist es, die Kapazität von Photovoltaik und Windrädern im Freistaat in den nächsten Jahren zu vervielfachen. Die Grünen verlangen unter anderem dafür die Abschaffung der umstrittenen 10H-Regel. Diese schreibt vor, dass in Bayern der nächste Ort zehn Mal so weit entfernt sein muss wie das Rad hoch ist. Künftig sollen zwei Prozent der Landesfläche für Windräder und ein Prozent für Freiflächen-Photovoltaikanlagen zur Verfügung stehen.

«Auch in Bayern wird dann in Zukunft Windkraft eine Heimat haben», sagte die Bundesvorsitzende Annalena Baerbock in einer Videobotschaft an die rund 300 Delegierten. Bayerns Landesvorsitzende Eva Lettenbauer ergänzte, dass der ländliche Raum zudem durch attraktive Arztpraxen, flächendeckende Glasfaser-Internetversorgung und mehr Busangebote gestärkt werden solle.

Am Sonntag, dem zweiten Tag der Delegiertenversammlung, steht die Wahl der Landesvorsitzenden an. Die 29 Jahre alte Lettenbauer will erneut für das Amt kandidieren, eine Gegenkandidatin gibt es noch nicht. Die Landtagsabgeordnete wurde vor zwei Jahren erstmals zur Landeschefin gewählt. Der Co-Vorsitzende Thomas von Sarnowski war bereits im April zum zweiten Landeschef der Grünen gewählt worden.

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