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Bayern wappnet sich für Corona-Infektionsketten-Ermittlung

München (dpa/lby) – Um Corona-Infektionsketten schnell nachverfolgen zu können, stellt Bayern bis Ende 2021 mindestens 700 Menschen befristet neu ein. Sie sollen bisherige Kräfte wie Beamtenanwärter und Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Staatsverwaltung in den Landratsämtern ersetzen, die in sogenannten Contact-Tracing-Teams (CTT) geholfen haben. Bei jedem Landratsamt solle es je nach Einwohnerzahl im Schnitt ein bis vier CTT als Grundstock geben, erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag. Außerdem würden weitere Mitarbeiter aus der Staatsverwaltung prophylaktisch per Online-Schulung auf einen Einsatz in den CTT vorbereitet. «Damit ist gewährleistet, dass auch weiterhin durchgehend CTTs an allen Landratsämtern in Bayern im Einsatz sind.»

Das sogenannte Contact Tracing sei ein ganz wesentlicher Faktor, um das Infektionsgeschehen einzudämmen, so die Sprecherin. Während der Pandemie war das Personal des öffentlichen Gesundheitsdienstes kurzfristig um rund 4000 auf 5150 verstärkt worden. Zusätzlich zu Mitarbeitern anderer Abteilungen wurden den Angaben nach auch rund 240 Medizinstudenten und mehr als 100 Ärzte eingesetzt.

Aus Sorge vor steigenden Infektionszahlen hatten Bund und Länder am Donnerstag unter anderem die Kontrolle der Quarantänepflicht und der Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen vereinbart. Beim grenzüberschreitenden Eisenbahn-, Bus-, Flug- oder Schiffsverkehr beispielsweise ermöglichten Aussteigekarten eine Kontrolle der Quarantänepflichten, erklärte die Ministeriumssprecherin. «Um die Betroffenen zur Einhaltung der Quarantäne- und Anzeigepflicht anzuhalten, wurden von der Staatsregierung hohe Bußgelder für Verstöße gegen die Einreise-Quarantäneverordnung vorgesehen.»

Die Durchsetzung der Maskenpflicht im Regional- und Fernverkehr obliege zunächst den Verkehrsverbünden und -betreibern wie der Deutschen Bahn. Kreisverwaltungsbehörden müssten Bußgeldbescheide erlassen. Auch die Polizei kontrolliert laut den Ministerien für Gesundheit und Inneres und kann bei Verstößen Ordnungswidrigkeiten anzeigen oder künftig selbst an Ort und Stelle ein Verwarnungsgeld erheben. «Neben Kontrollen im Rahmen des täglichen Streifendienstes führt die Bayerische Polizei ergänzend Schwerpunktkontrollen sowie Aktionen zur Überwachung der Einhaltung bestehender Infektionsschutzvorgaben durch», hieß es weiter.