© Lukas Schulze

Basketball Bundesliga: Brose Bamberg gegen ratiopharm Ulm

Brose Bamberg als Tabellenzweiter trifft heute Abend in der Basketball Bundesliga auf den Tabellenvierzehnten ratiopharm Ulm. Dabei wollen sich die Bamberger in der heimischen Brose Arena aber nicht vom Tabellenstand der Ulmer täuschen lassen. Zum eigenen momentanen Lauf seines Teams sagt deshalb Brose Bamberg Headcoach Roel Moors: „ es ist eine schöne Momentaufnahme, mehr aber auch nicht“. Man müsse über eine starke Verteidigung versuchen, den Ulmern jede offensive Möglichkeit zu nehmen. Los geht´s um 20 Uhr 30 – Radio Bamberg überträgt live.

 

Hier der ausführliche Bericht von Brose Bamberg:

 

Brose Bamberg erwartet Ulm

Brose Bamberg erwartet zum 8. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga ratiopharm ulm. Am Sonntag, aus TV-Gründen zur ungewohnten Uhrzeit um 20.30 Uhr, trifft dabei der momentan Tabellenzweite auf den -vierzehnten.

Brose gegen Ulm – ein Spiel, das in den letzten Jahren immer für knappe und teils hochklassige Aufeinandertreffen stand. Und auch dieses Jahr dürfen sich die Hausherren nicht vom Tabellenstand der Ulmer täuschen lassen. Zwar stehen die Schwaben mit nur einem Sieg aus sechs Partien in ungewohnten Regionen, wie Ulmer Basketball aber aussehen kann, haben die Mannen von Jaka Lakovic bereits mehrfach diese Saison bewiesen – allerdings eben noch nicht konstant über 40 Minuten. Daher ist es auch kein Wunder, dass die Statistik deutlich für Brose Bamberg spricht. Brose kam bislang im Schnitt auf 91,1 Punkte, Ulm lediglich auf 80,2. Während Bamberg mit 54,7% durchschnittlich mehr als jeden zweiten Wurf trifft, sind es bei den Gästen 43,8%. Von der Dreierlinie ist der Unterschied sogar noch etwas deutlicher (44,2%/31,0%). Bei den Rebounds nehmen sich beide Mannschaften nicht viel (36,3/36,2), Assists verteilt Brose jedoch im Schnitt vier mehr als die Ulmer: 22,3 zu 18,0. Lediglich bei der Freiwurfquote haben die Gäste die Nase vorn (75,2%/82,9%). Überhaupt hatte Ulm in den letzten Aufeinandertreffen nicht viel Grund zur Freude. Von insgesamt 46 Spielen gewann Brose 39, in heimischer Arena sind es sogar 21 Siege bei 24 Aufeinandertreffen.

Ebenso wie Brose hatte auch Ulm einen Restart vor der Saison. Neuer Trainer, neue Philosophie, viele neue Spieler. Und es sah gut aus, was die Schwaben machten – allerdings nur zu Beginn. Einem Erfolg gegen Vechta am ersten Spieltag folgten nämlich nur noch Niederlagen, zuletzt mit 75:106 bei den MHP RIESEN Ludwigsburg. Auch international tut sich Ulm schwer. Im EuroCup stehen einem Sieg sechs Niederlagen gegenüber, das Erreichen der Zwischenrunde wird zumindest sehr schwer. Und dennoch lassen die Mannen von Jaka Lakovic ab und an immer wieder aufblitzen, zu was sie fähig sind. Zuletzt im dritten Viertel gegen Andorra, wo Ulm nach einer verkorksten ersten Halbzeit komplett verwandelt aus der Kabine kam und Abschnitt drei mit 34:20 für sich entschied. Angetrieben wird das Team vom 18-jährigen Ausnahmetalent Killian Hayes, mit 19 Punkten und sechs Rebounds gegen Andorra bester Ulmer. Ihm zur Seite steht seit einigen Wochen Isaiah Briscoe, der ebenfalls unter der Woche 19 Punkte erzielte und angedeutet hat, dass er noch sehr wichtig für die Schwaben werden kann. Zurückkehren gegen Brose wird aller Voraussicht nach wieder Zoran Dragic. Der Slowene musste die letzten Spiele verletzt passen, befindet sich aber wieder im Teamtraining. Er ist mit durchschnittlich 16,4 Punkten national auch Ulms bester Werfer. Grant Jerrett greift mit 5,3 im Schnitt die meisten Rebounds, Hayes verteilt mit 5,7 die meisten Assists. Und noch eine Zahl ist interessant: mit durchschnittlich 19 Ballverlusten steht ratiopharm ulm auf BBL-Platz eins dieser unschönen Statistik.

Brose Bamberg hingegen hat im Moment einen Lauf. Wettbewerbsübergreifend stehen sechs Siege zu Buche, zuletzt der Auswärtserfolg unter der Woche in der Basketball Champions League in Riga. Und noch etwas ist auffällig: wann immer nötig, trägt ein anderer Spieler das Team. In Lettland war es Tre‘ McLean, der heiß lief, 23 Punkte erzielte, dabei fünf Dreier einnetzte. Insgesamt gab es in den bislang 13 Bamberger Spielen diese Saison sieben unterschiedliche Topscorer. Bester Werfer auf nationaler Ebene ist Kameron Taylor (13,9) vor Assem Marei (13,0). Der Ägypter erzielte in der BBL zuletzt in Bonn mit 19 Punkten und elf Rebounds einmal mehr ein Double-Double. Marei ist denn auch bislang Bambergs bester Rebounder (7,1). Paris Lee verteilt mit 7,9 durchschnittlich die meisten direkten Korbvorlagen. Überhaupt ist Brose Bamberg bislang äußerst treffsicher. Die 54,7% Trefferquote aus dem Feld sind ligaweiter Spitzenwert.

Roel Moors: „Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Wenn wir jetzt aber sagen, wir sind zufrieden mit dem Erreichten, dann hören wir damit auf. Daher: es ist eine schöne Momentaufnahme, mehr aber auch nicht. Unser Fokus liegt voll und ganz auf Ulm. Sie haben ein paar Probleme. Allerdings: vor allem offensiv haben sie eine Menge Spieler mit sehr viel Talent, die einem weh tun können. Wir müssen also über eine starke Verteidigung versuchen, ihnen jede offensive Möglichkeit zu nehmen.“

Mit Patrick Heckmann und Andreas Obst kommen zwei Spieler zurück nach Bamberg, die in den letzten Jahren das Brose- bzw. das Baunachtrikot getragen haben. Louis Olinde freut sich auf das Wiedersehen, gibt aber auch klar zu verstehen, dass man vor und nach der Partie gut miteinander ist, während des Spiels aber die Freundschaft natürlich ruht.

Louis Olinde: „Es ist ein Spiel, das wir gewinnen wollen. Wir haben momentan einen kleinen Lauf. Den erarbeiten wir uns aber auch täglich hart im Training. Mit Ulm kommt eine Mannschaft, die noch nicht da steht, wo sie gerne hin möchte. Das macht sie gefährlich. Wir müssen daher von Beginn an hochkonzentriert ins Spiel gehen, um sie gar nicht erst zur Entfaltung kommen zu lassen.“

Für Brose Bamberg geht es nach der Partie gegen Ulm am Mittwochabend in der Basketball Champions League weiter. Zu Gast in der BROSE ARENA ist dann das griechische Team aus dem Athener Vorort Peristeri. In der BBL geht es am kommenden Wochenende nach Frankfurt.