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Bergbahn-Betreiber sehen sich für Jahreswechsel gerüstet

Garmisch-Partenkirchen (dpa/lby) – Volle Berge, Wildpinkler und Parkchaos trotz geschlossener Lifte: Die Sorge vor solchen Szenen während der Ferien in bayerischen Skigebieten ist groß. Nach den Erfahrungen an den Weihnachtsfeiertagen sehen sich Bergbahn-Betreiber in den Alpen aber trotz unterschiedlicher Strategien für den Jahreswechsel gerüstet. Im Nationalpark Bayerischer Wald fürchtet man dagegen einen weiteren Besucher-Ansturm.

Entgegen ersten Befürchtungen ruhig blieb die Lage in Garmisch-Partenkirchen. Die Parkplätze an den Pisten seien zwar «definitiv gut besucht» gewesen, sagte eine Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn. «Es gab aber keine Staus oder Parkchaos. Das war ganz weit weg von dem, was befürchtet wurde.»

Nach einem ersten Ansturm von Skitourengehern Mitte Dezember hatten die Gemeinde und die Bayerische Zugspitzbahn dort neue Parkgebühren während der Weihnachtsferien beschlossen. Im Gegenzug werden die Parkplätze an den Pisten bei Schneefall geräumt, Toilettenhäuschen für Besucher geöffnet und Mülleimer geleert.

Die Pisten sind für Tourengeher zudem nicht generell gesperrt. «Wir weisen dort nur mit Schildern darauf hin, dass wir keine Gefahrensicherung betreiben», sagte eine Sprecherin der Zugspitzbahn. Mit diesem «konstruktiven Ansatz» fahre man gut.

Andere Bergbahn-Betreiber hatten ihre Parkplätze angesichts geschlossener Lifte komplett gesperrt – und waren mit der Situation an den Feiertagen ebenfalls zufrieden. Die Bergbahnen Oberstdorf Kleinwalsertal im Allgäu werden ihre Parkflächen daher nach Angaben eines Sprechers vorerst auch weiter geschlossen halten.

Der Andrang von Skitourengehern und Schneeschuhwanderern hielt sich demnach während der Feiertage «in Grenzen». Man hoffe nun, «dass die Menschen auch weiter so vernünftig mit ihrer Verantwortung umgehen», sagte der Sprecher am Montag. Auch die Polizei meldete «keine gravierenden Verstöße» durch Falschparker in der Region.

Anders sah die Situation im Nationalpark Bayerischer Wald aus. «Die Lage an den Parkplätzen kann vielerorts nur mit dem Wort katastrophal beschrieben werden», sagte stellvertretender Leiter Jörg Müller am Montag. Einzelne Ausflügler seien «kreuz und quer durch das Kerngebiet» des Nationalparks gelaufen und hätten dadurch störungsempfindliche Tierarten wie das Auerhuhn gefährdet.

Für den Jahreswechsel will der Nationalpark deshalb verstärkt Ranger einsetzen und Besucher auf die Verhaltensregeln hinweisen. Bei gutem Wetter sei an Neujahr und dem darauffolgenden Wochenende aber wieder mit vielen Ausflüglern zu rechnen, sagte ein Sprecher.