Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens., © David Inderlied/dpa/Symbolbild

Auseinandersetzung nach antisemitischen Äußerungen in Bus

Die Polizei ermittelt gegen einen 51-Jährigen wegen antisemitischer Äußerungen in einem Münchner Linienbus. Wie das Polizeipräsidium in München am Donnerstag berichtete, soll es bereits am Sonntagabend in dem Bus wegen der Äußerungen des Mannes zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Der 51-Jährige soll auch sympathisierende Aussagen über die Russische Föderation von sich gegeben haben.

Andere Fahrgäste sollen den Mann dann aufgefordert haben, den Bus zu verlassen. Es sei ein Streit zwischen mehreren Personen entstanden, teilte die Polizei mit. In der Folge habe der Fahrer den Bus angehalten. Als dann einige Fahrgäste ausstiegen, sei eine unbeteiligte 75 Jahre alte Frau gestürzt und habe sich verletzt. Die Rentnerin wurde in ein Krankenhaus gebracht. Gegen den 51-Jährigen ermittelt nun der Staatsschutz der Kripo wegen Volksverhetzung.

Nach Ansicht von Bayerns Antisemitismus-Landesbeauftragter Ludwig Spaenle (CSU) zeigt das Geschehen in dem Linienbus, dass viele Bürger mittlerweile sehr sensibel auf Antisemitismus reagierten. «Das ist ein sehr gutes Zeichen und zeugt von einer aktiven Zivilgesellschaft und einem vorbildhaften Bürgersinn.»

Dies dokumentiere auch ein Vorfall in Markt Schwaben (Landkreis Ebersberg), wo Bürger wegen antisemitischer Schreiben die Polizei eingeschaltet hätten, meinte Spaenle. Laut der «Süddeutschen Zeitung» sind dort am vergangenen Wochenende Hetz-Flugblätter in Briefkästen verteilt worden.

Die Kriminalpolizei und die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS Bayern) hatte zuletzt über stark steigende Zahlen antisemitischer Taten berichtet, oftmals im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Spaenle sieht nun durch die jüngsten Vorfälle auch eine wachsende Solidarität mit Jüdinnen und Juden.