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Gikiewicz ohne Angst vor Lewandowski: «Minimum ein Punkt»

Augsburg (dpa/lby) – Angst verspürt Rafal Gikiewicz vor dem Duell mit Weltfußballer und Bayern-Topstürmer Robert Lewandowski nicht. «Für mich ist es ein normales Bundesliga-Spiel, ein normaler Gegner», sagte der Torwart vom FC Augsburg mit trockener Miene. Er müsse zwar nicht die Null halten, «aber Minimum ein Punkt gegen Bayern», forderte Gikiewicz mit Blick auf das «geile Spiel» zwischen dem abstiegsbedrohten FCA und dem FC Bayern München am Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN).

An das letzte Aufeinandertreffen erinnert sich Gikiewicz nicht allzu gerne. Fünf Mal musste der Pole beim 2:5 im Mai hinter sich greifen. Am Freitag dürfte erneut einiges an Arbeit auf den FCA-Schlussmann zukommen. Nach elf Spielen haben die Bayern bereits 40 Tore erzielt, davon allein 13 durch Robert Lewandowski. «Ich werde vielleicht nach dem Spiel mit ihm reden, aber davor werde ich versuchen, jeden Ball von ihm zu halten», sagte der Keeper über seinen Landsmann.

Mit 34 Jahren gehört Gikiewicz zu den Routiniers im FCA-Team. Der Pole war im Sommer 2020 ablösefrei vom 1. FC Union Berlin zu den Augsburgern gekommen und etablierte sich sofort als starker Rückhalt und feste Größe. Nach langer Suche kehrte in Augsburg endlich Konstanz ein auf der Torwartposition.

«Ich bin trotzdem nicht ganz zufrieden mit meiner Leistung», offenbarte Gikiewicz selbstkritisch. Ganze 20 Gegentore kassierten die Augsburger bislang in dieser Saison. «Für meinen Kopf sind die Gegentore nicht einfach. Das ist keine optimale Zeit für mich persönlich», gab Gikiewicz Einblick in seine Gefühlswelt.

«Meine Meinung ist: Der Torwart muss sieben bis zehn Punkte pro Saison für seine Mannschaft festhalten», sagte der Keeper. Aus seiner Sicht habe er der Mannschaft vor allem in den Spielen gegen Eintracht Frankfurt und Union Berlin (jeweils 0:0) geholfen. Gegen Wolfsburg (0:1) hingegen hätte er besser reagieren müssen, merkte er an.

«Ich glaube jeder von uns muss sich vor den Spiegel stellen und fragen, was er besser machen kann», sagte Gikiewicz mit Blick auf die «schwierige Phase», in der sich der FC Augsburg gerade befindet. Nach elf Spieltagen stehen die Schwaben mit neun Punkten dar. Führungsspieler sind gefordert. Zu ihnen zählt sich auch Gikiewicz.

«Ich versuche mit den jungen Spielern zu reden und ihnen Selbstvertrauen zu geben», berichtete er. Als Mitglied im FCA-Mannschaftsrat habe Gikiewicz kein Problem damit, unangenehme Themen offen anzusprechen und Kritik zu üben – auch an sich selbst.

Trotz aller Unzufriedenheit der letzten Wochen blickt der Schlussmann optimistisch auf die kommenden Spieltage. «Mein Ziel wären noch 10 Punkte bis Weihnachten», sagte der Torhüter. Und schon gegen Bayern soll der erste her. «Minimum ein Punkt», wiederholte sich Gikiewicz.

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