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Architekturpreise für beide neuen Kirchen in Oberbayern

Holzkirchen/Poing (dpa/lby) – Die beiden neuen katholischen Kirchen in Oberbayern sind unabhängig voneinander für ihre besondere Architektur ausgezeichnet worden. Die Holzkirche St. Josef in Holzkirchen erhielt knapp ein Jahr nach ihrer Einweihung den Sonderpreis des Bayerischen Holzbaupreises 2018. Die Jury habe die «außergewöhnliche Formensprache und Materialität» der neuen Kirche sowie die «beeindruckende räumliche Qualität» gewürdigt, teilte das Erzbischöfliche Ordinariat München am Donnerstag mit.

Der Architekt Eberhard Wimmer hat das Gotteshaus als reine Holzkirche entworfen. Manche Holzkirchner haben dem neuen Bau wenig respektvoll den Spitznamen «Kühlturm» verpasst, tatsächlich ähnelt das Bauwerk entfernt dem Kühlturm eines Atommeilers.

Erst vor wenigen Tagen hatte die neue Kirche in Poing im Landkreis Ebersberg den Preis des Landesverbands Bayern des Bunds Deutscher Architekten (BDA) in der Kategorie «Besondere Bauten» erhalten. Der skulpturale Kirchenbau, eingeweiht im vergangenen Sommer, positioniere sich eigenständig und zugleich einladend, stellt die Jury laut Erzbistum fest. Das Gebäude besteche «durch seine subtile Symbolik und Kargheit, die den Besucher zwingt, sich mit sich selbst zu befassen».

Anders als die Kirche in Holzkirchen ist die Poinger Kirche ein Betonbau. Auch für sie gibt es einen Spitznamen: Sprungschanze sagen viele Einheimische wegen der eigenwilligen Form des Gebäudes dazu. Das Besondere: Die Außenhaut besteht aus Keramikkacheln, die je nach Sonneneinstrahlung unterschiedlich schimmern.

Vor diesen beiden Kirchen gab es im Erzbistum München und Freising zehn Jahre lang keine Neubauten von katholischen Gotteshäusern mehr.