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Arbeitgeber und IG Metall von neuen CO2-Grenzwerten entsetzt

München (dpa/lby) – Arbeitgeber und IG Metall in Bayern haben gleichermaßen entsetzt auf die drastische Verschärfung der CO2-Grenzwerte für Autos reagiert. «Das ist ein industriepolitischer Schlag gegen unsere Leitindustrie, an der Hunderttausende Jobs hängen und die ohnehin einen Strukturwandel zu meistern hat», erklärte am Freitag Alfred Gaffal, Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). Nach der Brüsseler Einigung auf neue Grenzwerte sollen die Autohersteller den CO2-Ausstoß von Neuwagen von 2021 bis 2030 um 37,5 Prozent senken.

«Es werden einzig die Autohersteller in die Pflicht genommen», kritisierte Gaffal. Die IG Metall regierte ähnlich scharf: «Mit überambitionierten Grenzwerten gefährdet die Politik Zehntausende Arbeitsplätze allein in Bayern», sagte der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Johann Horn. «Solche Einzelmaßnahmen ohne eine Gesamtstrategie zu beschließen, ist ein politischer Blindflug.» Die vbw und die IG Metall liegen ansonsten in vielen Punkten über Kreuz, ziehen aber in Sachen Autoindustrie an einem Strang.

Derartige «Grenzwert-Fantastereien» würden zu einem Absturz führen, warnte Horn. Er forderte die Staatsregierung auf, sich einzuschalten: «Wir müssen bei neuen Technologien wie E-Mobilität, Brennstoffzelle, Gas und autonomem Fahren führend werden. Die Staatsregierung muss diesen Prozess koordinieren, sonst wird er nicht schnell und gut genug gelingen.»

Erreichbar sind die neuen Vorgaben für die Autoindustrie nach Einschätzung vieler Fachleute nur, wenn traditionelle Verbrennungsmotoren schneller als erwartet durch Elektroantriebe ersetzt werden.