Eine Ausgabe des Strafgesetzbuchs und der Strafprozessordnung stehen in einem Gerichtssaal., © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Angriff im Reisebus: Prozess beginnt in Nürnberg

Gut sieben Monate nach dem Angriff auf Fahrgäste in einem Reisebus und einem Großeinsatz der Polizei auf der Autobahn 9 in Bayern beschäftigt sich das Landgericht in Nürnberg mit dem Fall. Dieses soll entscheiden, ob der mutmaßliche Angreifer in einer Psychiatrie untergebracht werden soll. Am ersten Verhandlungstag in dem Sicherungsverfahren am Montag (9.00 Uhr) will die Staatsanwaltschaft ihre Antragsschrift verlesen. Für den Nachmittag sind drei Polizeibeamte als Zeugen geladen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Der damals 30-Jährige soll den Ermittlungen zufolge am 21. September 2021 während der Fahrt von Dortmund nach Belgrad einen schlafenden 20-Jährigen unvermittelt angegriffen, ihn auf den Boden geschleudert und ihm mehrmals gegen den Kopf getreten haben. Außerdem soll der Serbe einer Frau ins Gesicht geschlagen haben. Zwei Ersatzbusfahrer konnten ihn schließlich wegdrängen.

Der Vorfall löste einen Großeinsatz der Polizei und eine Vollsperrung der A9 bei Hilpoltstein in Mittelfranken aus. Die Einsatzkräfte gingen zunächst von einer bewaffneten Geiselnahme aus, was sich aber später nicht bestätigte. Ein Spezialeinsatzkommando nahm den Verdächtigen fest.

Der Antragsschrift zufolge ist nicht ausgeschlossen, dass er aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht in der Lage war, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln. Die Staatsanwaltschaft erwartet wegen seines Zustands deshalb künftig weitere Straftaten und sieht in ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit.

Das Landgericht hat zehn weitere Verhandlungstage bis zum 27. Juni angesetzt. Am zweiten Verhandlungstag am 4. Mai sollen einer Gerichtssprecherin zufolge die Fahrgäste als Zeugen aussagen.