Hitze in der Stadt

Hitze-Check: Wie Bayerns Städte mit Hitze umgehen

09. Juni 2026 , 11:59 Uhr

Schattige Parks machen die Hitze im Sommer erträglicher. Viel Asphalt und Beton bewirken das Gegenteil. Der Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe zeigt, wie es in Bayerns Städten damit aussieht.

In bayerischen Städten mangelt es einer Untersuchung zufolge erheblich an Schutzmaßnahmen gegen sommerliche Hitze. Beim «Hitze-Check 2026» der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erreichte keine der 17 untersuchten bayerischen Kommunen mit mehr als 50.000 Einwohnern eine positive «grüne» Gesamtbewertung. Stattdessen dominieren gelbe und rote Einstufungen das Bild im Süden, wie die Daten der Organisation zeigen. Gleichzeitig findet sich aber auch keine bayerische Stadt unter den bundesweiten Schlusslichtern. 

Gesamtwertung in Bayern: Nur Rot und Gelb 

München schnitt beim Beschirmungsgrad, bei dem es um die Beschattung durch Bäume oder andere mehr als 2,5 Meter hohe Vegetation geht, wie auch bei der Versiegelung von Flächen bayernweit am besten ab. Dennoch kommt auch die Landeshauptstadt nicht an die beiden einzigen Städte mit grüner Gesamtwertung heran: Schleswig-Holstein oder Wuppertal in Nordrhein-Westfalen – die Umweltorganisation vergab grüne Gesamtwertung recht sparsam. 

Sieben bayerische Städte erhielten eine rote Gesamtwertung: Neu-Ulm, Fürth, Nürnberg, Rosenheim, Aschaffenburg, Bamberg und Schweinfurt. Diese Kommunen weisen laut der Analyse in mindestens zwei der drei Hauptkategorien – Baumschatten, Versiegelungstrend und Hitzebetroffenheit – unzureichende Werte auf.

Schlusslicht war Neu-Ulm. Die Stadt weist beim Zuwachs der Versiegelung mit einem Plus von 1,48 Prozent eine der höchsten Versiegelungsraten der gesamten Studie auf. Die Stadt liegt zudem beim Baumschatten im Bayernvergleich am Schluss.

Lichtblicke bei der Hitzebetroffenheit

Trotz der insgesamt mäßigen Ergebnisse in Bayern gibt es etwa bei der direkten Hitzebelastung der Bevölkerung (Hitzebetroffenheitsindex) einzelne positive Beispiele. Passau erzielt hier mit einem Wert von 13,84 das beste Ergebnis in Bayern und verfehlte eine grüne Einzelbewertung in dieser Kategorie nur knapp.

Obwohl Bayern keine grün bewertete Stadt vorweisen kann, stehen die bayerischen Kommunen besser da als die absoluten Schlusslichter der Untersuchung, die in Baden-Württemberg liegen. Die Stadt Offenburg steht mit einem Beschirmungsgrad – also Beschattung etwa durch Bäume – von nur 12,78 Prozent bundesweit am Ende der Tabelle.

Hintergrund der Studie

Für den Check wurden neben Sommertemperaturen und Bevölkerungsdichte auch die Versiegelung mit Beton und Asphalt sowie die Zahl schattenspendender Bäume und Grünflächen mit Luftbildern in den Blick genommen. Es handelt sich somit um Schätzwerte, bei denen nicht alle Faktoren berücksichtigt wurden. Neu gepflanzte Bäume gingen etwa weitgehend nicht in die Schätzung ein.

Da Hitzewellen infolge des Klimawandels zunehmen, wird die Anpassung von Städten wichtiger. Die DUH fordert unter anderem eine konsequentere Entsiegelung und mehr Grünflächen. 

Eine große Rolle spielte somit bei der Untersuchung die Frage, wie sich die Flächenversiegelung in den einzelnen Städten seit dem Jahr 2018 entwickelt hat und welcher Anteil der Gesamtfläche mit schattenspendender Vegetation bepflanzt ist. Hitze bringt gesundheitliche Risiken vor allem für ältere oder vorerkrankte Menschen. 

Kühle Orte 

Kühle-Orte-Karten sollen Menschen bei Hitzewellen helfen. München etwa hat gerade seine digitale, interaktive Karte kühler Orte weiterentwickelt und zeigt nun Stellen im Umkreis von 200, 500 oder 1.000 Metern an, die an heißen Tagen Schatten, Abkühlung oder Zugang zu Trinkwasser bieten. Neu ist laut Stadt auch die Darstellung des dreidimensionalen Stadtmodells. Damit können etwa der Schattenwurf von Gebäuden berechnet und somit schattige Routen zu unterschiedlichen Tageszeiten dargestellt werden.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

02.06.2026 Ein El Niño steht an - was das für die Welt bedeutet El Niño könnte 2027 zum heißesten Jahr aller Zeiten machen. Was das für Preise im Supermarkt und unser Wetter in Europa bedeuten kann – und worüber Experten noch rätseln. 25.05.2026 IW-Ranking: In Haar bei München lebt es sich am besten Schulen, Ärzte, Schwimmbäder, fixes Internet: Wo ist das dichteste, beste, am schnellsten erreichbare Versorgungsnetz? Eine Studie zeigt, wo es gut oder schlecht läuft. Der Sieger liegt in Bayern. 05.06.2026 Nach Attacke auf Frau: Hamburger Wolf wahrscheinlich tot Die Sendesignale des freigelassenen Wolfes reißen plötzlich ab. Das junge Tier ist wie vom Erdboden verschluckt. Die Umweltbehörde geht nicht von einem Defekt des Senders aus. 02.06.2026 Merkel: Klimaschutz ist «Überlebensfrage der Menschheit» Die frühere Kanzlerin Angela Merkel scheint mit vielen ihrer Entscheidungen im Reinen - aber nicht mit allen. Bei einer Rede in Berlin verrät sie, wie sie die Außenpolitikerin in sich entdeckte.