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Modellprojekt soll Wanderer-Biker-Konflikt lösen

Bad Hindelang (dpa/lby) – Ein knapp 360 000 Euro teures Modellprojekt soll den Dauerkonflikt in den Bergen zwischen Mountainbikern einerseits und Wanderern, Almbauern und Naturschützern andererseits lösen. Mountainbiken werde alpenweit zu einem immer größeren Trend, zudem nehme generell die Zahl der Freizeitsportler in den Bergen zu, begründete der Deutsche Alpenverein (DAV) am Mittwoch die Initiative beim Projektstart in Bad Hindelang (Landkreis Oberallgäu). «Dabei kommt es immer öfter zu Spannungen.»

Konkret beschweren sich oftmals Fußgänger oder Almbauern darüber, dass die Radler mit zu wenig Rücksicht durch die Berge führen. In zwei Testregionen in Oberbayern und im Allgäu sollen daher nun Wegekonzepte, Beschilderungen von Strecken für Mountainbikes (MTB) und Handlungsleitfäden erarbeitet werden. Der DAV hat dafür zwei Projektmitarbeiter eingestellt, später sollen die Ergebnisse flächendeckend umgesetzt werden.

Der Freistaat fördert das Projekt mit einer Viertelmillion Euro. Es müssten konkrete Lösungen für ein konfliktfreies Mountainbiken im Alpenraum gefunden werden, sagte Bayerns Umweltminister Marcel Huber (CSU) aus Anlass des Projektstarts. Seine Teilnahme an der Auftaktveranstaltung hatte er kurzfristig abgesagt.

Der DAV hat sich das Oberallgäu im Raum Oberstdorf und das Isartal im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen als Pilotgebiete ausgesucht. Der Alpenverein steht quasi zwischen den beiden Interessensgruppen, weil etwa jedes zweite Mitglied selbst mit dem Fahrrad in den Bergen aktiv sei. «Der Deutsche Alpenverein sieht sich in der Verantwortung, zu einem friedlichen Miteinander beizutragen», betonen die Initiatoren.