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AfD-Landtagsabgeordneter Müller aus Partei ausgetreten

München (dpa/lby) – Der AfD-Landtagsabgeordnete Ralph Müller ist nach übereinstimmenden Medienberichten aus der Partei ausgetreten. Als Anlass nannte Müller dem Bayerischen Rundfunk «eine Reihe von triftigen Gründen». Dem «Münchner Merkur» sagte er, der Austritt sei «mit sofortiger Wirkung» erfolgt. Am Mittwoch war Müller zunächst nicht zu erreichen, der stellvertretende Landesvorsitzende Hansjörg Müller wollte den Austritt nicht bestätigen. «Wir kommentieren als Landesvorstand keine schwebenden Verfahren», sagte er lediglich.

In Parteikreisen aber wurde Müllers Schritt am Mittwoch bestätigt. Dort hieß es zudem, es sei bereits ein Parteiausschlussverfahren gegen Müller im Gang gewesen, aufgrund verschiedener Vorkommnisse.

Im bayerischen Landtag hatte Müller in der Vergangenheit mit provokanten Aussagen immer wieder den Zorn anderer Fraktionen auf sich gezogen. Zu einem Eklat kam es, als er bei einem Gedenkakt für den ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke sitzen blieb.

Müller kündigte an, sein Landtagsmandat weiter ausüben zu wollen – er verliert laut BR und «Merkur» mit dem Parteiaustritt aber automatisch seinen Platz in der Fraktion. Die ohnehin tief zerstrittene Fraktion schrumpft damit auf noch 19 Mitglieder – anfangs waren es 22.