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Elf Festnahmen bei Corona-Protest mit 5000 Teilnehmern

München (dpa) – Bei einer unangemeldeten Corona-Protestkundgebung mit 5000 Demonstranten in München hat es elf Festnahmen gegeben. Die Polizei stoppte den Protestzug am Mittwochabend nach eigenen Angaben zweimal, dabei kam es zu zahlreichen Auseinandersetzungen und Rangeleien. Laut Polizei wurden Beamte bei der als aggressiv beschriebenen Kundgebung angegriffen und beleidigt. Die Ordnungskräfte setzten demnach vielfach Schlagstöcke und Pfefferspray ein – nach offizieller Zählung 232 Mal den «Einsatzmehrzweckstock» und elf Mal Pfefferspray.

Zunächst hatte eine Gruppe mit Namen «München steht auf» eine Kundgebung angemeldet, die Anmeldung aber wieder rückgängig gemacht. Grund war nach Angaben der Organisatoren, dass die Behörden eine Obergrenze für die erlaubte Teilnehmerzahl vorschreiben wollten. Anschließend gab es laut Polizei Aufrufe in Messengerdiensten zu nunmehr unangemeldeten «Spaziergängen».

Das Spektrum der Teilnehmer war nach den Worten eines Polizeisprechers bunt gemischt. Demnach waren sowohl Familien mit Kindern und Esoteriker ebenso dabei wie Mitglieder der rechten Szene. Schwerverletzte gab es nach vorläufiger Einschätzung der Polizei nicht. Die Organisatoren der ursprünglich geplanten Kundgebung boten dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Innenminister Joachim Herrmann einen Runden Tisch an.

Im Laufe des Abends zerstreuten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, einzelne Gruppen zogen durch die Stadt. Die Polizei meldete eine zweistellige Zahl von Straftaten, in einem Fall Bedrohung mit einem Messer und in einem anderen gefährliche Körperverletzung. Ob die Staatsanwaltschaft einen oder mehrere Haftbefehle gegen Festgenommene beantragt hatte, war am Donnerstagmorgen noch nicht klar.

Es demonstrierte auch eine kleinere Gruppe von Gegnern der ursprünglich angemeldeten Kundgebung mit etwa 160 Teilnehmern. Diese verlief laut Polizei ohne Zwischenfälle. Die Gruppe aus rund 160 Menschen habe sich am frühen Abend aufgelöst.

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