© Stadtarchiv Bamberg, Sina Schraudner

50.000 Euro für den Ukraine-Hilfsfonds

Baugenossenschaft für den Stadt- und Landkreis Bamberg leistet eine hohe Spende und erinnert an die eigenen Wurzeln

 

Diese Großzügigkeit beeindruckt den Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke: Mit 50.000 Euro füllt die Baugenossenschaft für den Stadt- und Landkreis Bamberg den städtischen Hilfsfonds „Bamberg hilft Ukraine“. „Das ist eine außerordentliche Zuwendung, mit der wir viel Gutes für die Menschen aus der Ukraine tun können, die in höchster Not ihre Heimat verlassen haben und nun bei uns Schutz und Sicherheit suchen“, freut sich Starke bei der Spendenübergabe.

 

Bei der Gelegenheit erklärten die beiden Vorstandsmitglieder Alexander Deinlein und Jürgen Rößler die genauen Beweggründe für diese Spende. Diese sind nämlich direkt in den historischen Wurzeln der Baugenossenschaft für den Stadt- und Landkreis Bamberg zu finden, welche sich zum Zeitpunkt ihrer Entstehung noch „Gemeinnützige Baugenossenschaft“ nannte.

Rückblick: Als nach dem Zweiten Weltkrieg ein enormer Flüchtlingsstrom in Bamberg eintraf, stieg die Zahl der Einwohner von einst 50.000 auf einen Schlag um etwa ein Drittel an. Der vorhandene Wohnraum reichte nicht mehr aus, obwohl Bamberg relativ unbeschädigt den Krieg überstanden hatte. Das war die Geburtsstunde der Baugenossenschaft: 34 Gleichgesinnte aus der Gruppe der 16.000 Heimatvertriebenen gründeten am 9. September 1949 in der Gaststätte „Maiselbräu“ eine „Selbsthilfe-Gruppe“. Das Gebot der Stunde lautete damals: „Bauen, bauen und nochmals bauen.“

Das Ziel, genügend Wohnraum zu schaffen, hat die Baugenossenschaft für den Stadt- und Landkreis e. G. längst erreicht: Sie zählt heute zu einem der größten Wohnungsunternehmen in Bamberg. Auch die Gemeinnützigkeit habe sich die Baugenossenschaft bewahrt und schaffe als eines von wenigen Wohnungsunternehmen noch heute öffentlich geförderten Mietwohnraum. Dies haben viele Bauträger aufgrund der Unwirtschaftlichkeit, u. a. wegen der extremen Baupreise, eingestellt.

„Da wir für die ukrainischen Flüchtlinge leider nicht in solcher kurzen Zeit ein neues Bauvorhaben realisieren können und unsere Bestände auch keine Kapazitäten zulassen, hat sich die Baugenossenschaft für den Weg der Spende entschieden“, erklären Alexander Deinlein und Jürgen Rößler. Diese sei als Zeichen der Anteilnahme mit einem Schicksal zu verstehen, welches auch die damaligen Gründungsmitglieder der Baugenossenschaft erlitten haben.