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Zschäpe-Verteidiger sollen im NSU-Prozess plädieren

München (dpa) – Mit den Plädoyers der Verteidiger soll der NSU-Prozess heute (09.30 Uhr) in die letzte Etappe gehen. Das Oberlandesgericht München plant, zunächst die beiden Wunschverteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe aufzurufen, Hermann Borchert und Mathias Grasel. Der Schlussvortrag der beiden Anwälte soll zusammen voraussichtlich einen Prozesstag dauern.

Erst in den nächsten Wochen sollen dann die Plädoyers von Zschäpes drei Pflichtverteidigern Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm folgen. Auch die vier mitangeklagten mutmaßlichen Terrorhelfer und ihre Anwälte sollen dann plädieren.

Die Schlussvorträge der Verteidiger hatten sich in den vergangenen Wochen immer wieder wegen Verfahrensstreits und Befangenheitsanträgen verzögert. Die Bundesanwaltschaft und die Nebenkläger hatten ihre Plädoyers bereits Anfang Februar beendet.

Die Anklagebehörde fordert für Zschäpe lebenslange Haft. Sie soll eines von drei gleichberechtigten Mitgliedern des «Nationalsozialistischen Untergrunds» gewesen sein. Für alle Verbrechen der Gruppe sei sie als Mittäterin zu bestrafen. Dazu zählen zehn Morde. Neun der Opfer waren türkisch- und griechischstämmige Gewerbetreibende, eines eine Polizistin. Die Motive sollen Rassenhass und Hass auf den Staat gewesen sein.