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Zeitung: Informatik und Fünf-Fächer-Abitur bei neuem G9

München (dpa/lby) – Nach der Vorfestlegung auf das neunjährige Gymnasium (G9) werden nun erste Details des Konzepts bekannt. So soll Informatik künftig für bayerischen Gymnasiasten «in allen Ausbildungsrichtungen» zum Pflichtfach werden, wie der «Münchner Merkur» (Samstag) aus einem 46-seitigen Entwurf des Kultusministeriums zitiert. Eckpfeiler seien wie bisher ein Fünf-Fächer-Abitur und eine zweite Fremdsprache schon ab der sechsten Klasse. Das zusätzliche elfte Jahr solle «optional» ein Auslandsjahr beinhalten sowie für verstärkte Studien- und Berufsorientierung genutzt werden. «Weitere inhaltliche Akzente» seien Zusatzstunden für Informatik, Sozialkunde und Geschichte.

Besonders begabte Schüler sollen das neue Gymnasium auch weiterhin in acht Jahren absolvieren können, indem sie die zehnte oder elfte Klasse überspringen. Diese Schüler sollen zwei Jahre lang in Nachmittagskursen von wöchentlich bis zu vier Stunden auf den Sprung vorbereitet werden. Der Vorschlag der CSU-Fraktion, auch die Ferien zur «Wiederholung und Erkenntnisgewinnung» zu nutzen, verwirft das Kultusministerium, weil dies zu einer «Belastungsdiskussion» führen würde.

Der Konzeptentwurf, der die Antwort auf einen Fragenkatalog von Bildungsfachleuten der CSU-Landtagsfraktion ist, wird dem «Münchner Merkur» zufolge nun an die Abgeordneten der Partei verschickt, um deren Widerstand gegen das G9 zu überwinden. In der Fraktion herrscht derzeit großer Unmut, weil Ministerpräsident Horst Seehofer vor wenigen Tagen überraschend einen Kabinettsausschuss eingesetzt hatte, der ausdrücklich auf G9 hinarbeiten soll. Dabei war CSU-intern eigentlich vereinbart worden, dass die Bildungsexperten der Fraktion und Kultusminister Ludwig Spaenle (ebenfalls CSU) bis Ostern gemeinsam ein Eckpunktepapier vorlegen sollen.