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Rekord-Ansturm auf Hochschulen in Bayern

München (dpa/lby) – Die Zahl der Studenten in Bayern ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums in München sind zum Beginn des Wintersemesters rund 390 000 Studenten an bayerischen Universitäten und Hochschulen eingeschrieben. Das sind rund zwei Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der Erstsemesterstudenten stieg um fünf Prozent auf rund 77 000. Zwei Drittel der Studierenden besuchen eine Universität, rund ein Drittel eine Hochschule.

«Für den Studienstandort Bayern ist das eine gute Situation, aber auch eine Herausforderung», sagte Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) am Mittwoch. Vor allem bei den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) gebe es noch Verbesserungsbedarf: «Bei den MINT-Fächern müssen wir weiter darauf setzen, Studierende dafür zu interessieren.»

Spaenle forderte den Bund zu mehr Unterstützung auf. Vor allem in den Bereichen Hochschulbau und Digitalisierung wolle die CSU bei den anstehenden Koalitionsgesprächen in Berlin eine «massive Mitwirkung» des Bundes erreichen. Außerdem müssten die Hochschulen für angewandte Wissenschaften deutlich besser unterstützt werden. Bayern strenge sich «unglaublich» an, die Infrastruktur der Wissenschaft zu erhalten und «wo eben geboten, in Neuinvestitionen zu gehen», sagte der CSU-Politiker. «Wir brauchen da aber auch weiterhin den Bund.»

Der Minister verwies auf Projekte, die den Wissenschaftsstandort Bayern in den kommenden Jahren verändern würden. Dazu gehöre unter anderem die Errichtung einer Uniklinik in Augsburg sowie der Bau einer Landesuniversität in Nürnberg. «Wir wollen im kommenden Jahr eine entsprechende Begutachtung durch den Wissenschaftsrat erreichen», sagte der Minister zum Projekt in Mittelfranken.

Ein weiteres großes Wissenschaftsprojekt: die Errichtung eines Hochschulcampus in Kulmbach. Dort soll eine Fakultät für Lebensmittel und Gesundheit als Teil der Universität Bayreuth entstehen. Durch eine Zusammenarbeit der medizinischen Fakultät Erlangen und der Universität Bayreuth entstehe zudem in den kommenden Jahren ein Medizincampus Oberfranken in Bayreuth.

Die Staatsregierung verfolgt seit 2014 eine Regionalisierungsstrategie, um auch in abgelegenen Regionen wissenschaftliche Forschung und Ausbildung zu verankern. Nach Angaben des Ministeriums sind so 16 neue Standorte mit knapp 2000 Studienplätzen entstanden.