© Alexander Heinl

Wolfspeed-Zukauf: Infineon kalkuliert Scheitern ein

München (dpa) – Der Chipkonzern Infineon stellt sich nach dem Veto der US-Behörden auf ein mögliches Scheitern seiner Übernahmepläne für den Halbleiterspezialisten Wolfspeed ein. Der Genehmigungsausschuss der amerikanischen Regierung habe keine geeigneten Maßnahmen genannt, «die die Bedenken der Behörde in zufriedenstellender Weise entkräften könnten», sagte Infineon-Chef Reinhard Ploss am Donnerstag auf der Hauptversammlung in München. «Vor diesem Hintergrund sehen wir ein ganz erhebliches Risiko, dass wir die Übernahme nicht wie geplant oder sogar überhaupt nicht werden durchführen können.»

In der Vorwoche hatte Infineon bereits von einem «substanziellen Risiko» gesprochen, dass die geplante Übernahme nicht in der vereinbarten Form vollzogen werden könnte. Man arbeite mit Cree und Wolfspeed an Möglichkeiten, um die Bedenken auszuräumen, hieß es seinerzeit vom Unternehmen. Davon war nun am Donnerstag nicht mehr die Rede. Die Münchner hatten sich im Juli 2016 mit dem US-Konzern Cree auf die Übernahme von dessen Sparte für Verbindungshalbleiter geeinigt.