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Winter verpasst bayerischem Jobmarkt kleinen Dämpfer

Nürnberg (dpa/lby) – Trotz brummender Konjunktur hat der Winter dem bayerischen Jobmarkt im Januar nach Experteneinschätzung einen kleinen Dämpfer verpasst. «Der Winter ist deutlich auf dem Arbeitsmarkt angekommen», sagte ein Experte im Arbeitsministerium in München. Vor allem in der Baubranche gebe es Arbeiten, die in der kalten Jahreszeit nicht möglich seien. Viele Beschäftigte meldeten sich daher regelmäßig von Dezember bis März arbeitslos. Die Zahl der Jobsucher sei im Vergleich zum Dezember saisonbedingt deutlich gestiegen – im Vergleich zum Vorjahr sei die Lage aber viel besser.

In den vergangenen drei Jahren war die Zahl der Arbeitslosen im Januar im Schnitt um rund 46 000 gestiegen. Er rechne damit, dass der Zuwachs heuer deutlich niedriger ausfällt, sagte der Experte. «Die Auftragsbücher sind voll, der Auftragsdruck ist sehr hoch.» Der Konjunkturmotor laufe weiter «mit hoher Drehzahl und sehr rund».

Die Kehrseite der guten Lage am Arbeitsmarkt sei, dass es in manchen Branchen zunehmend schwierig werde, Fachkräfte zu finden – etwa in der Pflege oder bei IT-Spezialisten. Daher werde es immer wichtiger, jene Gruppen stärker zu fördern, die es schwieriger haben bei der Jobsuche – wie Langzeitarbeitslose, Ältere, Menschen mit Behinderung und Zuwanderer.

Die offiziellen Arbeitsmarktzahlen will die bayerische Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch (31. Januar) veröffentlichen. Im Dezember waren im Freistaat 213 600 Männer und Frauen ohne Job, die Arbeitslosenquote lag bei 2,9 Prozent. Im Januar werde die Quote zwar deutlich höher ausfallen, sagte der Experte – aber lange nicht so hoch wie vor einem Jahr mit damals 3,8 Prozent.

Die Regionaldirektion rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitslosen in Bayern – bei einer anhaltend guten wirtschaftlichen Entwicklung – im Jahresschnitt 2018 auf 228 000 sinken wird. Dies wären rund 5800 weniger als 2017.