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Weltkriegsbomben in Schwandorf und im Spessart entschärft

Schwandorf/Neuendorf (dpa/lby) – Gut zu tun hatten Wochenende Bombenentschärfer in Bayern – sie waren am Samstag gleich zwei Mal gefordert: Zunächst war wegen einer Fliegerbombe die Evakuierung einer Klinik und des umliegenden Wohngebiets in Schwandorf nötig geworden. Später hatte ein Landwirt in Neuendorf (Landkreis Spessart) wegen eines Bombenfunds auf seinem Acker die Polizei alarmiert. Beide Blindgänger konnten die Experten des Kampfmittelräumdienstes allerdings problemlos entschärfen.

Dabei erwies sich vor allem die Entschärfung der Fliegerbombe in Schwandorf als weniger schwierig, als die Fachleute zunächst angenommen hatten. Statt am frühen Nachmittag hatten die Bewohner bereits am Mittag wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können. Mit der Entwarnung gegen 12.30 Uhr konnte auch die betroffene Klinik, auf deren Areal der Bombenblindgänger gefunden war, früher als erwartet wieder ihren regulären Betrieb aufnehmen.

Vor der Entschärfung hatten am Samstagmorgen im Umkreis von 300 Metern zahlreiche Wohnhäuser geräumt werden müssen. Die etwa 900 betroffenen Anwohner kamen unter anderem in der Oberpfalzhalle unter. 14 Patienten der Klinik wurden in den Tagen vor der Entschärfung in andere Krankenhäuser verlegt. Auch eine Bahnstrecke wurde kurzzeitig gesperrt.

Eine brisante Entdeckung machte am Samstag ein Landwirt im Spessart. Der Bauer war mitten auf seinem Acker bei Neuendorf auf ein 50 Zentimeter langes Projektil gestoßen, das er für eine Granate hielt. Die sofort alarmierten Kampfmittelräumer stellten nach Angaben des Polizeipräsidiums Unterfranken schließlich fest, dass es sich um eine Splitterbombe handelte. Nach 45 Minuten hatten die Experten die Bombe entschärft – solange hatte auch die Schifffahrt auf dem nahen Main ruhen müssen.