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Gericht: Wenig Chancen für Nachbarklage gegen Brauerei

München/Seeon (dpa/lby) – Im Rechtsstreit um den Neubau einer Brauerei der «Camba Bavaria» in Seeon zeichnet sich vor dem Verwaltungsgericht München ein Erfolg für die Betreiber der Brauerei ab: Die Gerichtspräsidentin räumte den beiden Klagen von Anwohnern am Dienstag wenig Aussicht auf Erfolg ein.

Eine Nachbarin hatte zunächst im Juni 2015 gegen den Bau der Brauerei geklagt, weil sie unzumutbaren Lärm und Geruch durch die Produktion befürchtete. Die Kammer befand jedoch nach einer Zwischenberatung, dass die Klage wegen mangelnden Rechtsschutzbedürfnisses unzulässig sei. Ein externes Gutachten vom Februar 2017, das in der Verhandlung vorgestellt wurde, ergab, dass von dem Brauprozess kein Lärm auf dem Anwesen der Anwohner zu erwarten sei, der die zulässigen Richtwerte überschreitet.

Ähnlich fiel die Einschätzung der Kammer für die zweite Klage aus, die ein Ehepaar im Mai 2016 eingereicht hatte. Zudem stellte die Gerichtspräsidentin fest, dass das klagende Ehepaar die Baugenehmigung nicht fristgerecht angefochten hatte. Die Entscheidung des Gerichts soll am Mittwoch bekanntgegeben werden.

Das Gebäude ist mittlerweile fertiggestellt und der Betrieb in der Klein-Brauerei läuft. Die «Camba Bavaria» braut seit 2008 Bier in Truchtlaching im Chiemgau, ein weiterer Standort befindet sich in Gundelfingen an der Donau (Landkreis Dillingen). Mit der neuen Anlage in Seeon will die Brauerei weiter wachsen.