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LKA-Beamter bestreitet Vorwürfe in Spitzel-Affäre

Nürnberg (dpa/lby) – Ein in der V-Mann-Affäre beim bayerischen Landeskriminalamt (LKA) angeklagter Polizeibeamter hat im Prozess die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bestritten. Mehrere Akten über den Einsatz des Spitzels bei der Rockerbande «Bandidos» seien ihm «zu meinem Entsetzen nicht vorgelegt» worden, sagte der 59-Jährige am Mittwoch vor dem Landgericht in Nürnberg. Er habe auch «in keinster Weise» an nachträglichen Änderungen an Akten mitgewirkt. Nachdem er von einem gescheiterten Diebstahl der Rocker von Minibaggern 2011 in Dänemark erfahren habe, an dem der V-Mann beteiligt war, habe er Polizei, Staatsanwaltschaft und die Ermittler in Dänemark informiert und alle ihm bekannten Mittäter benannt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den LKA-Beamten Diebstahl in mittelbarer Täterschaft, Strafvereitelung im Amt, Betrug und uneidliche Falschaussage vor. Nicht alle Beschuldigten im Alter zwischen 48 und 59 Jahren sind wegen sämtlicher Delikte angeklagt. Nach Ansicht der Anklagebehörde haben die LKA-Beamten von dem Diebstahl in Dänemark gewusst, diesen aber nicht verhindert und später auch noch gedeckt.

V-Leute – Vertrauens- oder Verbindungspersonen – sind Informanten von Polizei oder Nachrichtendiensten. Sie liefern Informationen aus kriminellen Milieus, in die Ermittler sonst keinen Einblick hätten.