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Mutter nach Behandlung durch Heilpraktiker gestorben: Klage

München (dpa/lby) – Hätten sie die tödliche Gefahr erkennen müssen? Ein Heilpraktiker-Ehepaar muss sich heute vor dem Oberlandesgericht (OLG) München verantworten, weil es eine schwer kranke Frau telefonisch behandelt hatte. Die Münchnerin starb nach gut zwei Wochen, in denen sie über Koliken, Erbrechen, Abmagerung und Schmerzen geklagt hatte – sie litt an einer Bauchfellentzündung. Kläger ist der damals sechs und heute zwölf Jahre alte Sohn der Verstorbenen, in dessen Namen seine Erziehungsberechtigten Schmerzensgeld und Rente fordern.

Das Landgericht München I hatte einen Behandlungsfehler in erster Instanz verneint. In der Berufungsverhandlung vor dem OLG wird ein Sachverständiger dazu aussagen, ob die telefonische Beratung noch angemessen war oder abgebrochen hätte werden müssen. Auch geht es um die Frage, ob die Heilpraktiker aus dem Landkreis München zu einer schulmedizinischen Behandlung hätten raten müssen.