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Lufthansa setzt in München Flughafen Frankfurt unter Druck

München/Frankfurt (dpa) – Die Lufthansa setzt ihren Hauptflughafen Frankfurt unter Druck. Airline-Chef Carsten Spohr kritisierte bei einem Auftritt am Münchner Airport erneut die Betreibergesellschaft Fraport, die vor allem dem Billigflieger Ryanair unfaire Rabatte auf Strecken einräume, die auch von anderen Fluggesellschaften bedient werden. «Wir wollen auf gleichen Strecken gleiche Konditionen», sagte Spohr.

Dieses Ziel wolle man vorzugsweise mit Verhandlungen erreichen, sonst müsse man spätestens im Sommer eine Klage einreichen. Lufthansa rechne damit, schon im Winter rund 30 Millionen Euro weniger Gebühren an die Fraport zahlen zu müssen. Indirekt drohte der Lufthansa-Chef auch damit, Flüge aus Frankfurt an andere Drehkreuze der Lufthansa-Gruppe zu verlegen. Zumindest die Umsteiger gingen dann dem Frankfurter Flughafen als Passagiere verloren.

Spohr kritisierte auch das Land Hessen, das größter Fraport-Anteilseigner und gleichzeitig Genehmigungsbehörde für die Rabattstaffel ist. «Hessen subventioniert den schärfsten Gegner des größten Arbeitgebers in Hessen.»

Zuvor hatte Lufthansa bekanntgegeben, dass sie fünf weitere Airbus A350 in München stationieren will. Dieser kleinere und damit leichter zu füllende Langstreckenjet werde zu Verschiebungen innerhalb des Multi-Drehkreuz-Modells der Lufthansa-Gruppe führen, meinte Spohr. München werde eine größere Rolle spielen und auch von Düsseldorf könne er sich Fernflüge der Tochter Eurowings vorstellen.