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Lärm gegen wilde Tiere: Traditionelles «Wolfauslassen»

Rinchnach (dpa/lby) – Beim traditionellen «Wolfauslassen» wird den Besuchern der niederbayerischen Gemeinde Rinchnach (Landkreis Regen) am Freitagabend wieder ein akustisches Spektakel geboten. Bis zu 500 Burschen ziehen mit Kuhglocken durch den Ort und wollen mit dem Geläut nach altem Brauch Wölfe und andere wilde Tiere von den Siedlungen fernhalten. Erwartet werden einige Tausend Besucher.

Der Ursprung des Brauchs liegt im 18. Jahrhundert, als die Hirten nach dem Sommer das Vieh wieder zurück in die Ställe brachten. Mit dem Glockenlärm sollte Wölfen und Bären signalisiert werden, dass sie nun wieder aus den Wäldern auf die Weiden kommen durften – daher «Wolfauslassen».

Am Abend des 10. Novembers treffen sich alljährlich 12 bis 15 Wolfauslassergruppen im Ortskern von Rinchnach und veranstalten ein Spektakel, «das wohl weltweit einzigartig sein dürfte», wie die Gemeinde auf ihrer Homepage mitteilt. Ab 18.30 Uhr läuten die «Wölfe» nacheinander 15 Minuten lang in den beleuchteten Ortskern. Gegen 21.15 Uhr läuten dann alle Wolfauslasser (550 bis 650 Mann) gemeinsam im historischen Ortskern der Gemeinde im Bayerischen Wald.