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Kasperl statt Männchen – Neue Ampel geht in Betrieb

Augsburg (dpa/lby) – In Augsburg wird es künftig eine Fußgängerampel mit einem grünen Kasperl statt eines gehenden Mannes geben. Die Stadtverwaltung wird am Freitag (13.00) die besondere Ampel in der Nähe des Theaters der Augsburger Puppenkiste in Betrieb nehmen. Der Kasperl zählt neben Urmel aus dem Eis und Jim Knopf zu den populärsten Darstellern der Puppenkiste. «Er ist von Anfang an dabei, nimmt sich nie ein Blatt vor den Mund und sagt auch wirklich jedem in tiefstem Augsburgerisch seine Meinung», charakterisieren die Macher der Puppenkiste ihren altgedienten Hauptdarsteller.

Die Idee zu der Kasperl-Ampel hatte der Augsburger Fernsehsender atv. Auslöser war die Mainzelmännchen-Ampel in Mainz. Die Mitarbeiter des Regionalsenders waren der Ansicht, dass der Kasperl aus dem schwäbischen Marionettentheater mindestens genauso berühmt sei wie die Maskottchen des ZDF. Das Kasperl-Projekt bekam in der Bevölkerung viel Zustimmung und wurde von den Behörden geprüft und genehmigt.

Auch in anderen Städten gibt es besondere Ampel-Motive oder sie sind geplant. So gibt es die Überlegung, in Bamberg eine Sams-Ampel zu installieren, weil der Kinderbuch-Autor und Sams-Schöpfer Paul Maar in der oberfränkischen Stadt lebt. In Stuttgart ist hingegen die Forderung nach einer Ampel mit den SWR-Figuren Äffle und Pferdle trotz einer Online-Petition mit mehreren tausend Unterstützern bislang am Widerstand der Kommune gescheitert. Die Stadt befürchtet in Haftung genommen zu werden, falls ein Unfall passiert.

Dies ist auch der Grund, warum in Augsburg bei Rot in Zukunft weiterhin der herkömmliche, stehende Mann erscheint. Dies sei aus Sicherheitsgründen selbst bei der Kasperl-Ampel nötig, betont die Stadtverwaltung.

In manchen Städten werden mit ungewöhnlichen Ampelfiguren auch politische Themen transportiert. So wollen die Millionenstädte Wien, Hamburg und München mit sogenannten Vielfalt-Ampeln, die schwule und lesbische Paare zeigen, Vorurteile abbauen.