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Kardinal Marx gegen Ausbeutung in Lateinamerika

Herradura (dpa/lby) – Auf seiner Reise durch Ecuador hat Kardinal Reinhard Marx die Ausbeutung der Bodenschätze in Lateinamerika kritisiert. «Der Fortschritt muss den Menschen dienen. Er darf nicht nur Kapitalinteressen berücksichtigen», sagte Marx beim Besuch einer Goldmine in Herradura laut Mitteilung von Freitag. In dem entlegenen Urwaldgebiet ist nach Angaben des Erzbistums München die wirtschaftliche Existenzgrundlage der 400 Minenarbeiter und ihrer Familien bedroht, weil Ecuador die Schürfrechte an einen internationalen Großkonzern vergeben hat. Neben der prekären Situation der Bevölkerung prangerte Marx zudem die Umweltverschmutzung durch den Abbau von Bodenschätzen an.

Der Erzbischof von München und Freising warnte auf seiner einwöchigen Reise davor, dass zwischen nationalen Egoismen und Populismus das «Weltgemeinwohl» aus dem Blick gerate. Um «den politischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen zu begegnen», brauche es stattdessen eine weltweite Rahmenordnung.