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Kammerspiel-Chef will Gespräch mit AfD-Wählern suchen

München (dpa/lby) – Der Intendant der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, setzt nach dem Erfolg der AfD auf Gespräche mit den Wählern der Partei. «Es hilft nichts anderes, als den Diskurs über die Unzufriedenheit zu suchen», sagte Lilienthal am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Dabei müsse man aufdecken, dass die AfD keine konkrete Politik anbiete. Die Frage sei nur, wie man mit diesen Menschen in einen Dialog treten könne. «Wir müssen um sie werben, wir müssen um ein Land der Zukunft werben.» Daran werde sich auch sein Theater beteiligen. «Wir werden auf jeden Fall unser Programm der Kammerspiele nach dem Wahlabend noch mal neu denken», erklärte der Intendant.

Lilienthal sprach von einem kollektiven, krachenden Versagen der meinungsbildenden Schicht in Deutschland. Politiker, Intellektuelle und Theaterleute hätten es nicht geschafft, die Bevölkerung in dem dramatischen Veränderungsprozess mitzunehmen, in dem sich das Land befinde. Die richtige Antwort auf das Wahlergebnis wäre seiner Ansicht nach ein Rücktritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewesen. «Wenn man fast zehn Prozent bei einer Wahl verliert, denkt jeder normale Parteivorsitzende oder Bundeskanzler darüber nach, ob er nicht was falsch gemacht hat.»