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Hertha braucht gegen 5:1-Bayern Mut

Berlin (dpa) – Hertha BSC braucht im nächsten Heimspiel gegen den übermächtig scheinenden FC Bayern viel Mut und mindestens ein eigenes Tor. «Wir haben unseren Plan. 0:0 wird das Spiel nicht ausgehen. Minimalziel ist, ein Tor gegen Bayern zu schießen», erklärte der Chefcoach des Berliner Fußball-Bundesligisten, Pal Dardai. «Seitdem ich Trainer bin, haben wir nicht mal ein Tor geschossen», sagte der Ungar zu der jüngsten Serie 0:1, 0:2, 0:2, 0:3. «Ich erwarte von unseren offensiven Spielern, dass sie den Ball behaupten, Freistöße herausholen, gut kombinieren und sich auch Torchancen erspielen.»

Zugleich hofft Dardai nach der 5:1-Gala des FC Bayern gegen den FC Arsenal in der Champions League für Samstag (15.30 Uhr/Sky) auf einen «mittelmäßigen Tag» des deutschen Rekordmeisters. «Wenn sie einen guten Tag haben, hat man wenig Chancen», erklärte der Berliner Trainer. Elf Mal nacheinander hat Hertha gegen die Bayern verloren. Der letzte Sieg (2:1) datiert vom Februar 2009 – damals mit dem Mittelfeldspieler Dardai. Der Tabellen-Sechste (33 Punkte) rechnet sich gegen den souveränen Spitzenreiter (49) aktuell dennoch etwas aus: «Wenn du einen Punkt holst, ist das eine Chance, dass wir aus unserem Loch herauskommen», meinte der Trainer.

Hertha hat in diesem Jahr von fünf Pflichtspielen immerhin vier verloren. Als größten Trumpf sehen die Berliner, die Julian Schieber (Knieblessur) und Mitchell Weiser (Rückenverletzung) nicht dabei haben, den Heimvorteil. Zu Hause hat Hertha von bisher neun Saisonpartien acht gewonnen.

Am Donnerstag waren nur noch 1000 der insgesamt 74 667 Tickets im Verkauf. «Wir haben zum ersten Mal in der Saison ein ausverkauftes Haus. Wir sind zu Hause stärker als in der Fremde. Das Olympiastadion gibt den Spielern mehr Sicherheit und Kraft. Wir werden Mut brauchen und ein eigenes Tor. Denn gegen Bayern nur 90 Minuten zu verteidigen, ist schwer», erklärte Manager Michael Preetz.

Dardai hat eine Erfolgsformel entwickelt, um die Überraschung vielleicht doch zu schaffen: «Je 30 Prozent Disziplin und Leidenschaft, um 30 Prozent musst du dich steigern. Es bleiben ein paar Prozent für die Fans.» Und der einstige Bayern-Bezwinger als Spieler ergänzte: «Ich sehe eine Chance, wenn alle ans Limit gehen.»