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Haus der Kunst gibt Einblicke in Nazi-Vergangenheit

München (dpa/lby) – Das Haus der Kunst in München setzt sich zum 80. Jahrestag seiner Eröffnung mit den Anfangsjahren während des Nationalsozialismus auseinander. Im Mittelpunkt einer Ausstellung in der Archiv Galerie stehe der Sommer 1937, teilte das Museum in München mit. Von diesem Dienstag bis zum 4. Februar 2018 werden historische Filmdokumente, Publikationen und Materialien zur Bau- und Ausstellungsgeschichte gezeigt.

Das Haus wurde am 18. Juli 1937 mit der «Großen Deutschen Kunstausstellung» eröffnet, in der die Nazis zeitgenössische Plastiken, Gemälde und Grafiken zeigten, die ihren ideologischen Vorstellungen entsprachen. Als Kontrast dazu startete einen Tag später in den nahen Hofgartenarkaden die Propagandaschau «Entartete Kunst», mit der das Terrorregime berühmte Künstler und deren Werke brandmarkte.

Die «Große Deutsche Kunstausstellung» wurde in den Folgejahren noch sieben Mal veranstaltet und war für die Nazis ein lohnendes Geschäft, wie das Haus der Kunst mitteilte. Fast viereinhalb Millionen Besucher brachten knapp 4,6 Millionen Reichsmark ein. Von den mehr als 12 550 gezeigten Werken wurden mehr als 7000 zu einem Gesamtpreis von knapp 19 Millionen Reichsmark verkauft. Die aktuelle Ausstellung gibt Einblicke in die Kartei der Künstler, die dafür Arbeiten eingereicht hatten. Die Schau «München, Sommer 1937. «Große Deutsche Kunstausstellung» und «Entartete Kunst»» wird am Dienstag von einem Symposium zum Umgang mit historischer Architektur begleitet.