© Daniel Karmann

Handel zieht der Biervielfalt Grenzen

München (dpa) – Mit immer mehr neuen Biersorten versuchen die Brauer, den Deutschen ihr Bier wieder schmackhafter zu machen. «Gegenwärtig gibt es in Deutschland mehr als 1400 Brauereien und über 6000 Biermarken, und es werden von Monat zu Monat mehr», sagte Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauerbundes. Aber nun scheint es dem Handel zu reichen: «Nicht alles kann ins Regal. Da wird es voraussichtlich in nächster Zeit eine Konsolidierung geben», sagte Marcus Strobl, Bierexperte beim Marktforscher Nielsen.

Im Handel macht das Pils im ersten Halbjahr zwar noch 54 Prozent des Absatzes aus, aber nur noch 49 Prozent des Umsatzes. Der Kunde finde immer eine Marke, die gerade zum Aktionspreis verkauft werde, sagte Strobl. «Weizen, Helles, Alkoholfreies, Radler – alles ist teurer als Pils.» Zwar haben einige Pils-Brauereien Preiserhöhungen für nächstes Jahr angekündigt, aber es gab schon mehrere erfolglose Anläufe.

Weil die Konsumenten für Spezialitäten mehr zahlen, haben viele Brauereien dieses Angebot stark ausgeweitet. Aber der Handel müsse schauen, wie er das wachsende Angebot unterbringt, sagte Strobl. Auch für Brauereien lohne sich nicht jede Sorte. «Irgendwann wird abgerechnet», sagte der Marktforscher. «Wir beobachten bereits, dass die Anzahl der Biermix-Produkte im Handel zurückgeht.»