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Gutjahr über Hass im Netz: Einigeln bringt nichts

München (dpa) – Der Journalist und Blogger Richard Gutjahr (44) will sich von Verschwörungstheoretikern und Hasskommentaren im Internet nicht in die Defensive drängen lassen. Am Anfang habe er großen Wert darauf gelegt, nicht in Erscheinung zu treten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in München. Er habe warten wollen, bis sich der Sturm legen würde, nachdem er in sozialen Medien immer wieder angegriffen worden war. «In der Rückschau muss ich sagen, das war der größte Fehler, den ich gemacht habe.» Verschwörungstheoretiker hetzen gegen Gutjahr und seine Familie, seitdem er 2016 Zeuge des Terrorattentats in Nizza und des Amoklaufs am Olympia-Einkaufszentrum München geworden war.

Der Journalist klagte vor Gericht mehrfach dagegen. Aber damit waren die Hasskommentare nicht verschwunden: «Wenn du Dinge unkommentiert stehen lässt, tauchen sie immer und immer wieder auf», sagte Gutjahr und meint damit vor allem die Videos auf Facebook und auf YouTube, die ihn und seine Frau und Tochter etwa als Teil eines geheimen Netzwerks von Agenten darstellen.