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Verdächtiger nach Mord an Prostituierter in U-Haft

Regensburg (dpa/lby) – Ein 21 Jahre alter Mann soll aus Habgier eine Prostituierte in Regensburg ermordet haben. Der Tatverdächtige hat die Tat gestanden und kam in Untersuchungshaft, wie Kriminaldirektor Franz Schimpel am Mittwoch mitteilte. Der Verdächtige soll das 33-jährige Opfer bestohlen und zur Verdeckung dieser Tat erwürgt haben.

Bei dem Mann handelt es sich um einen ausreisepflichtigen Asylbewerber aus Mali. Die Abschiebung habe ausgesetzt werden müssen, weil der Mann keine Passpapiere hatte, sagte Polizeivizepräsident Michael Liegl. Bei den Ermittlungen im sozialen Umfeld des Opfers hätten sich Hinweise auf eine Gruppe Asylbewerber ergeben, die zwei Tage nach dem Fund der Leiche in eine Unterkunft im Raum Tirschenreuth verlegt worden war. Auch Telekommunikationsdaten seien ausgewertet worden.

Der Tatverdächtige wurde am Montagabend in Weiden in der Oberpfalz festgenommen. Bei ihm sei das Mobiltelefon des Opfers gefunden worden, sagte Schimpel. DNA-Proben hätten den Verdacht gegen den Mann erhärtet. Aufgrund der «erdrückenden Beweislast» habe er die Tat zugegeben.

Den Ermittlungen zufolge war der mutmaßliche Täter Ende März nach Deutschland eingereist. Im April stellte er in Regensburg einen Asylantrag, der im Juni abgelehnt wurde. Der Mann fiel einmal wegen vorsätzlicher Körperverletzung bei einer Auseinandersetzung in einer Asylbewerberunterkunft polizeilich auf.

Die Leiche der Frau war am Mittwoch vergangener Woche in einer Wohnung in Regensburg – gegenüber dem Polizeipräsidium – gefunden worden. Der Obduktion zufolge war die 33-Jährige etwa um Mitternacht getötet worden. Sie stammte aus Rumänien und lebte seit 2013 in Deutschland.

Im Mai und Juni waren in Nürnberg zwei Prostituierte getötet worden. Ein 21 Jahre alter Mann aus Nürnberg soll die beiden Morde begangen haben. Er sitzt in U-Haft. Auch in diesen beiden Fällen führte die Auswertung von Telekommunikationsspuren zum Durchbruch bei den Ermittlungen.