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Fall Herrmann: Gericht will für Zivilklage weitere Beweise

Augsburg (dpa) – Im Schmerzensgeldprozess um den Tod der kleinen Ursula Herrmann vor mehr als 35 Jahren will das Gericht weitere Beweise auswerten. Die Zivilkammer des Augsburger Landgerichtes ordnete am Donnerstag an, dass im Juni zwei Polizisten als Zeugen vernommen werden. Der Bruder des Opfers verlangt in dem Verfahren von dem Kidnapper aus Schleswig-Holstein 20 000 Euro Schmerzensgeld, weil er seit dem Prozess gegen den Täter an Tinnitus leide. Vor sieben Jahren war der Kidnapper wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der Verurteilte lebte zuletzt in Kappeln an der Schlei und war dort erst 27 Jahre nach dem Verbrechen an dem zehnjährigen Mädchen gefasst worden. Er sitzt in Lübeck im Gefängnis. Der Mann bestreitet bis heute, Ursula Herrmann umgebracht zu haben. Das Mädchen war 1981 am Ammersee verschleppt und in einer Kiste vergraben worden. Ursula erstickte darin.