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Erzbischof: Kreuz ist «Markenzeichen unserer Kultur»

Neunkirchen am Brand (dpa/lby) – Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat dazu aufgerufen, das christliche Symbol des Kreuzes im öffentlichen Leben zu erhalten. «Das Kreuz muss bleiben», sagte Schick in seiner Predigt zur Karfreitagsprozession in Neunkirchen am Brand (Landkreis Forchheim) laut vorab verbreiteter Mitteilung. Christen müssten dieses «Markenzeichen unserer Kultur und Zivilisation» auch Nichtchristen verständlich machen. Diese sollten «unsere Kultur verstehen, die ohne das Kreuz nicht zu verstehen ist, damit sie Ja sagen zu dieser Lebensweise, die vom Sinngehalt des Kreuzes geprägt ist».

Das Kreuz sei ein Zeichen der Versöhnung, des Mitleids und der Barmherzigkeit, betonte der katholische Erzbischof. Es stehe für die Achtung der Menschenwürde und der Menschenrechte, für Schutz und Hilfsbereitschaft.

Zur traditionellen Karfreitagsprozession in Neunkirchen am Brand, bei der lebensgroße Holzfiguren und das Kreuz getragen werden, werden jedes Jahr mehrere Tausend Gläubige erwartet.

Nach dem neuen Richtergesetz, das der bayerische Landtag im Februar in München verabschiedet hat, dürfen Kreuze in Gerichtssälen hängen bleiben. Die Grünen sehen darin eine Ungleichbehandlung: Wer das Kopftuch im Gerichtssaal verbiete, müsse auch das Kreuz abnehmen. Für Aufsehen hatte ein Richter am Amtsgericht Miesbach gesorgt, der das Kreuz im Gerichtssaal für ein Verfahren gegen einen Asylbewerber aus Afghanistan abhängen ließ.