Eine ganze Region startet durch! Der Raum Bamberg erlebt einen regelrechten Wirtschaftsboom.

Sonja Weigand, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Oberfranken, in einer Pressemitteilung erklärt.

Das ist ein echtes Wirtschaftswunder in Bamberg Stadt und Land. Rund 14 800 neue sozialversicherungspflichtige Jobs sind hier in den letzten 10 Jahren entstanden. Dabei erweisen sich das Gesundheits- und Sozialwesen oder der Maschinenbau als wahre Jobmaschinen. Eine große Herausforderung allerdings: die Betriebe suchen händeringend Fachkräfte. Denn: viele gut Qualifizierte entscheiden sich für Unternehmen außerhalb der Region, so die IHK. Ein weiteres Problem: es gibt zu wenig Wohnungen.

Außerdem wichtig: die Betriebe müssten ihre Mitarbeiter weiterbilden, um den Fachkräftebedarf decken zu können. Die IHK bietet an dieser Stelle eine breite Angebotspalette.

 

 

Hier die ausführliche Pressemitteilung der IHK:

 

Sonja Weigand: Wirtschaftsraum Bamberg ist spitze

Stadt und Landkreis Bamberg: 14.823 neue Arbeitsplätze in zehn Jahren

Um 14.823 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Stadt und

Landkreis Bamberg in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. „Dies ist vor allem

auf die positive Entwicklung im Gesundheits- und Sozialwesen, im Maschinenbau

und bei den Gummi- und Kunststoffherstellern zurückzuführen. Bamberg ist die

Wachstumslokomotive in Oberfranken“, so IHK-Präsidentin Sonja Weigand, die

auch Vorsitzende des IHK-Gremiums Bamberg ist.

Um 6.082 stieg die Beschäftigtenzahl in der Stadt Bamberg, um 8.741 im Landkreis.

Wichtigster Arbeitgeber – gemessen an der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind die Kfz-Zulieferer, gefolgt von Einzelhandel und Gesundheitswesen.

Stadt Bamberg: 3.000 zusätzliche Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen

Die Stadt profitierte vom Beschäftigtenzuwachs im Gesundheits- und Sozialwesen um

3.011 Beschäftigte, bei den unternehmensnahen Dienstleistungen um 803 sowie der

neuen Brose-Verwaltung, die für rund 600 Mitarbeiter ausgelegt ist. Insgesamt verzeichnete

die Stadt gegenüber 2007 ein Beschäftigtenplus um 12,9 Prozent auf 53.070 seit

2007.

„Es ist zu beobachten, dass die Stadt gerade bei Anbietern von unternehmensnahen

Dienstleistungen immer beliebter wird“, so Weigand. Ein stärkerer Ausbau in der Industrie

sei in den vergangenen Jahren aufgrund fehlender Gewerbeflächen nur eingeschränkt

möglich gewesen.

Landkreis Bamberg: Beschäftigtenzuwachs im Maschinenbau um 1.597 auf 2.321

Der Landkreis Bamberg kann sogar einen Beschäftigtenzuwachs um 31,9 Prozent auf

36.129 verzeichnen, was vor allem auf die positive Entwicklung im Maschinenbau, bei

den Kfz-Zulieferern und im Einzelhandel zurückzuführen ist. Gerade der Maschinenbau

hat eine starke Entwicklung zu verzeichnen. Waren in dieser Branche 2007 erst 724 Mitarbeiter

beschäftigt, stieg diese Zahl bis 2016 auf 2.321 Beschäftigte. Zum Wachstum

beigetragen hat nicht zuletzt die positive Entwicklung in den Landkreiskommunen

Hallstadt, Schlüsselfeld und Scheßlitz. Die meisten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Landkreis finden sich in Hallstadt (6.633), gefolgt von Hirschaid (3.927), Scheßlitz (2.885), Schlüsselfeld (2.697) sowie Burgebrach (2.044).

„Viele Kommunen im Landkreis Bamberg profitieren von ihrer günstigen Verkehrsanbindung,

aber auch davon, dass etwa Industrie- und Logistikunternehmen die Gewerbeflächen

finden, die sie für eine Erweiterung benötigen“, so stellvertretender IHKHauptgeschäftsführer

Wolfram Brehm, Geschäftsführer des IHK-Gremiums Bamberg.

Größte Herausforderung: Fachkräftemangel

Viele Fachkräfte finden die Unternehmen außerhalb der Region, was im Raum Bamberg

dank des damit verbundenen Zuzugs zu einem Bevölkerungswachstum in der Stadt und

im Landkreis führt. Gleichwohl bekommen immer mehr Unternehmen den zunehmenden

Fachkräfteengpass deutlich zu spüren. Nach IHK-Schätzung fehlen oberfrankenweit

rund 19.000 Fachkräfte, vor allem beruflich Qualifizierte.

„Das Thema Fachkräftesicherung nimmt einen immer höheren Stellenwert in der IHKArbeit

ein“, so Brehm. Die IHK unterstütze ihre Unternehmen mit Best Practice-

Beispielen, konkreten Analysen zum Fachkräftebedarf sowie einer umfassende Ausbildungs-

und Qualifizierungsberatung. Zudem betreibe die IHK aber auch einen Nachfolgerclub,

der die Übergabe von Unternehmen begleitet. Auch die Vermittlung von Studienabbrechern

werde immer wichtiger, brechen doch rund 30 Prozent aller Bachelor-

Studenten ihr Studium ab.

Weiterbildung wichtiger Baustein für Zukunftssicherung

„Ein immer wichtigerer und elementarer Baustein für die Fachkräftesicherung ist die Weiterbildung. Hier lassen sich am besten weitere Potentiale ausschöpfen. Den Mitarbeitern

bieten sich Aufstiegschancen und die Unternehmen decken den Fachkräftebedarf durch

Mitarbeiter aus dem eigenen Betrieb“, so Weigand. Die IHK biete ein breites Angebot an

Weiterbildungsmaßnahen an, auch am Standort Bamberg.

Neben dem Fachkräftemangel gibt es laut IHK-Präsidentin jedoch im Raum Bamberg

noch ein weiteres Hemmnis: „Die Stadt Bamberg, aber auch ihr näheres Umland, werden

immer beliebter sowohl bei Studenten, als auch bei Senioren. Bezahlbare Wohnungen

und Grundstücksflächen sind aber Mangelware“.